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Berlin
Zwischen Gier und Idealismus

Berlin. Petra Schmidt-Schaller schließt sich einem dubiosen Securitydienst an. Traut sie den falschen Leuten? Von Klaus Braeuer

"Was sind Sie: ein Wolf - oder ein Geißlein?" Mit dieser gar nicht märchenhaften Frage beginnt der Thriller "Ein gefährliches Angebot" (heute, 20.15 Uhr, ZDF). Die Frage gilt der jungen Berliner Polizistin Ina Roth (Petra Schmidt-Schaller), die gerade durch die Prüfung für den gehobenen Dienst gefallen ist. Ihr ehemaliger Ausbilder, Thomas Theissen (Armin Rohde), wusste das schon vor ihr und ködert die ehrgeizige Polizistin in seine Sicherheitsfirma.

Roth und ihr neuer Kollege Torsten Gütschow (André Hennicke) werden von den beiden Vorständen einer Umweltfirma beauftragt, ein Leck in der internen Kommunikation ihres Unternehmens ausfindig zu machen, wodurch Firmengeheimnisse an die Presse gelangen. Sie finden heraus, dass einer der beiden Chefs seine Frau mit einer Journalistin betrügt und offenbar Kinderpornoseiten im Internet besucht. Gleichzeitig wird Roth von ihrem Ex-Kollegen Martin Stutz (Fabian Busch) eindringlich davor gewarnt, weiterhin für Theissen zu arbeiten. Der spielt nämlich ein ganz böses Spiel und bringt nicht nur die beiden Firmenvorstände, sondern auch seine beiden Kollegen gegeneinander auf.

Autor und Regisseur Hannu Salonen ist ein ziemlich spannender Thriller gelungen. Er bietet insgesamt erwartbare Kost, mit relativ wenigen großen Überraschungen, aber immerhin mit einigen kleinen Wendungen. Es geht um die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt, ob man mit gewagten Grenzüberschreitungen leben kann und ob es sich lohnt, seinen Idealismus zugunsten eines unersättlichen Gewinnstrebens aufzugeben. Gewisse Überschneidungen mit den realen Skandalen der HSH Nordbank und der Sicherheitsfirma Prevent aus dem Jahr 2009 sind unübersehbar.

Vor allem Armin Rohde als hintertriebener und getriebener Rächer liefert eine starke Vorstellung, was ebenso für Petra Schmidt-Schaller gilt, die am Ende allein für alles verantwortlich gemacht werden soll. Einige Längen und Seitenstränge im Film mag man verzeihlich finden, das zu dick aufgetragene und blutige Ende jedoch leider nicht.

"Ein gefährliches Angebot", ZDF, 20.15 Uhr

(dpa)
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