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Keine Verletzten: Feuer auf deutschem Kreuzfahrtschiff "Arkona"

zuletzt aktualisiert: 09.11.2001 - 18:22

Mahon (rpo). Auf dem deutschen Kreuzfahrtschiff "Arkona" ist vor der Balearen-Insel Menorca ein Feuer ausgebrochen. Der Brand entflammte im Maschinenraum, als das Schiff im Hafen von Mahon wenden wollte.

Das bestätigte die Reederei Seetours in Neu-Isenburg bei Frankfurt. Die Ursache war zunächst noch unklar. Das 165 Meter lange Schiff rammte anschließend mit dem Bug eine Kaimauer und wurde schwer beschädigt. Verletzte gab es nicht. Die rund 300 Passagiere und etwa 150 Besatzungsmitglieder kamen mit dem Schrecken davon.

Die "Arkona" - 1980 in Hamburg als Neubau der Howaldtswerke Deutsche Werft AG vom Stapel gelaufen - war jahrelang als "Astor" in der Fernsehserie "Traumschiff" auf den Weltmeeren unterwegs und in zahlreichen deutschen Wohnzimmern präsent. Später wurde sie im Fernsehen durch die "MS Berlin" ersetzt und als Kreuzfahrtschiff an die DDR verkauft.

Nach dem Brand brach die Stromversorgung an Bord zusammen. Das Schiff wurde manövrierunfähig und rammte bei heftigem Wind die Hafenmole. Nur gemeinsam gelang es einem Schlepper, einem Fischereikutter und einem Rettungsschiff nach Aussage der Hafenbehörden, die "Arkona" wieder unter Kontrolle zu bringen. Nach Angaben der Reederei konnte die Besatzung das Feuer ohne Hilfe der Feuerwehr löschen. Techniker begannen noch am Freitag mit den Reparaturarbeiten.

Weil das Ausmaß der Schäden noch nicht feststand, brach die Reederei die geplante Reise in die Karibik ab. Die 293 Gäste sollten noch am Freitag von Menorca nach Deutschland geflogen werden. Die "Arkona" war am Mittwoch in Genua gestartet und sollte in zwei Wochen in der Karibik eintreffen. Seetours geht derzeit davon aus, dass die bis zum Frühjahr geplanten fünf Kreuzfahrten in der Karibik stattfinden können. Im Februar 2002 soll die 21 Jahre alte "Arkona" an die Reederei Transocean-Tours in Bremen verkauft werden.

Das Kreuzfahrtschiff, das mehr als 500 Passagiere befördern kann, war wegen großer finanzieller Probleme bereits Mitte der 80er Jahre in die Schlagzeilen geraten. Nach verlustbringenden Fahrten unter deutscher Flagge wurde es einer südafrikanischen Werft übereignet und schließlich 1985 an die Deutsche Seereederei Rostock in der DDR verkauft. Dort diente die "Arkona" zeitweise als Urlauberschiff des westdeutschen Reiseveranstalters TUI, aber auch als Erholungsschiff des DDR-Gewerkschaftsbundes FDGB. Allerdings hatten seinerzeit nur "linientreue" DDR-Bürger und SED-Bonzen das Privileg, an Bord der nach dem Nord-Kap der Insel Rügen benannten "Arkona" zu gelangen. Nach der Wende nutzten tausende Ostdeutsche die Möglichkeit, erstmals an Bord des "Traumschiffs" zu urlauben.

Das Schiff - 18 000 PS, Höchstgeschwindigkeit 20 Knoten - bietet eine Besonderheit: Nierenkranke, denen wegen fehlender ärztlicher Behandlungsmöglichkeiten in der Regel ein Urlaub versagt bleibt, können sich an Bord der "Arkona" einer Dialysebehandlung unterziehen.

Quelle: RPO Archiv

 
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