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Luftpirat gab in Athen auf: Flugzeugentführung endet unblutig

zuletzt aktualisiert: 29.03.2003 - 18:00

Istanbul/Athen (rpo). Die Entführung eines türkischen Passagierflugzeugs ist in der Nacht zum Samstag ohne Blutvergießen auf dem Flughafen von Athen beendet worden.

Fünf Stunden nachdem der türkische Luftpirat den Airbus 310 der Turkish Airlines in seine Gewalt gebracht hatte, ließ er die 193 Passagiere frei und ergab sich der griechischen Polizei. Als Motiv des als verwirrt beschriebenen Flugzeugentführers nannte der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim persönliche und familiäre Probleme. Der 20-Jährige hatte das in Istanbul gestartete Flugzeug nach Berlin entführen wollen.

Die Passagiere sollten am Samstagmorgen mit einem Sonderflug der Turkish Airlines in die Türkei zurückgebracht werden. Der Luftpirat sollte dem Staatsanwalt von Athen vorgeführt werden, berichtete der griechische staatliche Rundfunk (NET).

20 Minuten nach dem Start betrat der Luftpirat das Cockpit

Der Airbus mit 203 Insassen befand sich auf einem Inlandsflug in die türkische Hauptstadt Ankara. Etwa 20 Minuten nach dem Start betrat der Luftpirat das Cockpit und zwang den Piloten zur Kursänderung. Nach Erreichen des griechischen Luftraums stiegen zwei griechische Kampfflugzeuge auf und begleiteten die türkische Maschine zum Athener Flughafen. Der Pilot erklärte per Funk, dass er keinen Treibstoff mehr habe und dringend landen müsse. Das Flugzeug wurde auf eine abgelegene Landebahn geleitet und sofort von Sicherheitskräften umzingelt.

Der 20-jährige Luftpirat, der davon sprach, dass seine Mutter und seine Schwester festgehalten würden, drohte damit, das Flugzeug in die Luft zu sprengen. Der türkische Verkehrsminister schloss angesichts eines doppelten Sicherheitschecks aller Passagiere aus, dass der Entführer eine Waffe oder Sprengstoff an Bord geschmuggelt haben könnte. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe mehrfach mit dem Luftpiraten telefoniert, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. Der 20-Jährige soll auch Probleme mit dem Militärdienst gehabt haben.

An Bord des Flugzeuges sei zu keiner Zeit Panik ausgebrochen, berichteten zahlreiche Passagiere, die sich nach der Landung in Athen über Handy mit ihren Angehörigen und türkischen und griechischen Fernsehsendern unterhielten. Die Passagiere hätten sich frei bewegen können. Zeitweilig war im Hintergrund der Gespräche sogar gelöstes Lachen zu hören. Vor dem glimpflichen Ende der Entführung hatte der griechische Außenminister Giorgos Papandreou mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül telefoniert. Auch zu deutschen Behörden war Kontakt aufgenommen worden.

Passagiere in Ankara gelandet

Nur wenige Stunden nach Beendigung der Geiselnahme sind die Fluggäste der entführten türkischen Passagiermaschine an ihrem ursprünglichen Zielort Ankara angekommen. Sie wurden auf dem Flughafen von Angehörigen in Empfang genommen, berichteten türkische Medien. Die neunköpfige Besatzung traf mit einem anderen Flugzeug in Istanbul ein.


 
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