Görlitz: Staatsanwalt erhob Anklage gegen den Geschäftsführer: Forderte Klinikchef Schmiergeld?
zuletzt aktualisiert: 17.04.2000 - 13:43Görlitz (AP). Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Geschäftsführer des Klinikums Görlitz Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Nach Angaben eines Sprechers soll der Mann im Zusammenhang mit der Vergabe eines Auftrags für die technische Einrichtung eines Tumorzentrums von einer Zulieferfirma 600.000 Mark gefordert haben. Gleichfalls mitangeklagt sei ein freiberuflich tätiger Projektmanager wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit.
Den Angaben zufolge hatte der Projektmanager bei Verhandlungen im Jahre 1996 in Frankfurt am Main der betroffenen Firma als Bedingung für den Zuschlag des sechs Millionen Mark teuren Auftrages die Zahlung der Provision genannt. Der Betrag von 600.000 Mark sollte zu Gunsten des Geschäftsführers in einem Koffer nach Lichtenstein gebracht und dort deponiert werden. Die Firma habe das Angebot jedoch zurückgewiesen und das sächsische Sozialministerium von dem Vorfall unterrichtet. Von dort aus sei die Staatsanwaltschaft informiert worden.
Den langen Zeitraum zwischen dem Vorfall und der Anklageerhebung im März dieses Jahres begründete der Sprecher mit komplizierten Ermittlungen, in deren Folge auch Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht worden seien. Man habe prüfen wollen, ob sich beim Görlitzer Klinikum im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe ein Korruptionssumpf gebildet hätte. Davon sei nach Abschluss der Ermittlungen aber nicht auszugehen.
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