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Simbach
Fünf Todesopfer nach Starkregen in Bayern

Simbach. Immer noch werden Menschen vermisst. Der Schaden liegt im dreistelligen Millionenbereich.

Einen Tag, nachdem reißende Flutwellen die niederbayerische Region rund um Simbach überschwemmt hatten, wurde gestern ein weiteres Opfer in der Stadt am Inn geborgen. Mit dem 75-Jährigen erhöht sich die Zahl der Toten in Simbach auf vier. Ein weiteres Opfer gab es im benachbarten Julbach. Drei Menschen werden noch vermisst. Der Sachschaden im Landkreis Rottal-Inn geht nach ersten Schätzungen in den dreistelligen Millionenbereich. Laut Landrat Michael Fahmüller sind mindestens 500 Häuser beschädigt. Insgesamt hat die Unwetterserie in Deutschland seit Sonntag mindestens neun Menschen das Leben gekostet.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) versprach den Betroffenen Soforthilfe. "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1500 Euro zur Verfügung stellen", sagte er. Das Warnsystem müsse verbessert werden. "Das Ganze kam so überfallartig, da ist mit Hochwasserschutz nichts zu machen", erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Man werde die Geschädigten nicht alleine lassen und unbürokratisch helfen. Auch die Bundeskanzlerin hat den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme ausgesprochen. Die Bundesregierung trauere um die Menschen, für die Hilfe zu spät gekommen sei, und sie trauere mit den Angehörigen, sagte Angela Merkel gestern in Berlin.

Viele Menschen sind noch in Sorge, weil sie Angehörige nicht erreichen können. Taucher suchten im überfluteten Gebiet nach weiteren möglichen Opfern. Das Technische Hilfswerk war noch am Morgen damit beschäftigt, Personen zu retten, die in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen waren. Hunderte Kinder hatten zuvor stundenlang in ihren Schulen ausharren müssen, weil sie vom Wasser eingeschlossen waren.

Auch die Menschen in Frankreich sind von großen Überschwemmungen betroffen. Für die beiden Départements Loiret und Seine-et-Marne nahe Paris galt eine schwere Flutwarnung. In der französischen Hauptstadt wurde der Verkehr von Touristenschiffen eingestellt. Auch eine Metrolinie, die nahe der Seine entlangführt, wurde geschlossen. Eine Autobahn bei Orléans ist seit Tagen gesperrt. Der Louvre kündigte eine Schließung des Museums für heute an, um Kunstwerke in Sicherheit zu bringen.

(dpa)
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