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Minden
Gericht erlaubt Kinderbetreuung in Ex-Bordell

Minden. Wo früher Freier ein und aus gingen, hat die ehemalige Bordellbetreiberin heute ein großes Spielzimmer eingerichtet. Wickeltische, Platz zum Toben, alles kindgerecht, wie ihr Anwalt betont. Seine Mandantin will in den Räumen, die vor mehr als einem Jahr noch ein privates Freudenhaus beherbergten, eine Kinderbetreuung einrichten - gegen den Willen der Stadtverwaltung im ostwestfälischen Bünde.

Weil diese sich hartnäckig weigerte, die Genehmigung für die Tagesstätte zu erteilen, klagte die Frau. Nun stellte das zuständige Verwaltungsgericht in Minden klar: Die Kinder können kommen. Die Sorge, die frühere Nutzung könne den Kleinen schaden, bezeichnete der Richter als nicht nachvollziehbar. "Das sind Erwachsenengedanken. Dem Kind das dort spielt, ist es doch egal, was da früher war." Die Stadt hatte argumentiert, die Vergangenheit des Gebäudes könnte Kinder stigmatisieren. Mehr noch: Alte Internet-Einträge könnten Freier anlocken, die vor der Tür stünden und zudringlich würden.

Im Herbst 2014 war das Gewerbe abgemeldet worden, die einstige Bordellbetreiberin wagte den Neuanfang. Sie machte einen Kurs als Tagesmutter, betreute zunächst Kinder in deren Zuhause. Dann wollte sie auch den Neuanfang für ihr Haus, begann mit der Renovierung, stellte einen Antrag. Die Stadt lehnte ab. Zwar sei die Qualifikation unstrittig, die Örtlichkeit aber problematisch. Die Richter halten es für ausgeschlossen, dass Freier auftauchen. Und ein Schild und Spielgeräte im Garten würden klar machen: "Hier werden Kinder betreut, keine Männer", sagte der Richter.

(dpa)
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