Pendler setzen Busse in Brand: Gewalt in Delhi wegen Verkehrschaos
zuletzt aktualisiert: 03.04.2001 - 10:44Neu Delhi (rpo). Ein Verkehrschaos hat in Neu Delhi zahllose pendelnde Inder auf die Palme gebracht. Wegen scharfer Umweltauflagen ging am Dienstag gar nichts mehr in der Hauptstadt - 75 Prozent der Busse mussten in der Garage bleiben. Aus Wut über die Situation steckten Pendler sechs Busse in Brand.
Die Busse, die fuhren, waren hoffnungslos überfüllt. Zahllose Menschen blieben an den Haltestellen zurück, während andere auf die Dächer der Busse kletterten. Die Stadtregierung lockerte daraufhin das Verbot von Dieselbussen. Bis Ende der Woche dürfen sie ohne spezielle Genehmigung weiter fahren.
Delhi hat 14 Millionen Einwohner. Der öffentliche Nahverkehr beruht allein auf Bussen. Wegen der extremen Luftverschmutzung in Delhi dürfen nach einem Urteil des höchsten Gerichts seit dem 1. April keine Busse und Taxis mit Dieselmotoren mehr fahren.
Es sind nur noch kommerzielle Fahrzeuge mit Flüssiggasantrieb erlaubt oder Dieselbusse, deren Eigentümer bereits einen Gasbus geordert haben. In diesem Fall brauchten sie eine Sondergenehmigung. Die Behörden können jedoch nur 4000 Anträge pro Tag bewältigen. Auf Beschluss der Stadtregierung wird die Polizei die Genehmigungen nun erst von der kommenden Woche an prüfen.
Das höchste Gericht hatte bereits vor drei Jahren den 1. April 2000 als Stichtag für die Umstellung auf Flüssiggas festgesetzt. Seitdem hatten Behörden und Transportunternehmer aber wenig getan.
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