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Jerusalem
Grab Jesu soll vor Einsturz gerettet werden

Jerusalem. Das Grab Jesu soll vor dem Verfall gerettet werden. In einer gemeinsamen Anstrengung verständigten sich die christlichen Konfessionen in Jerusalem auf eine Restaurierung der Kapelle innerhalb der Grabeskirche, wie die Franziskanerkustodie in Jerusalem mitteilte. Demnach sollen bis Anfang 2017 die angegriffenen Marmorplatten der sogenannten Ädikula über dem Grab Jesu Stück für Stück gereinigt oder ersetzt und der Unterbau stabilisiert werden.

Die Einigung der Kirchen gilt als kleine Sensation, weil der 1852 festgeschriebene Status quo, der die Besitz- und Nutzungsrechte an der heiligsten Stätte der Christenheit regelt, praktisch keine Änderungen der täglichen Abläufe zulässt. Auch frühere bauerhaltende Maßnahmen in der Grabeskirche kamen nicht oder nur mit Mühe zustande.

Nach einer Untersuchung der Technischen Universität Athen ist die Statik der Kapelle in Gefahr. Grund seien neben Mängeln aus der Bauzeit vor rund 200 Jahren auch die Besucher der Grabeskirche. So sei der Mörtel zwischen den Marmorblöcken durch die gestiegene Luftfeuchtigkeit angegriffen. Auch die Opferkerzen, die in großer Zahl und dicht am Mauerwerk aufgestellt werden, sowie Rußablagerungen schadeten der Bausubstanz.

Die Ädikula erhebt sich über der Stelle, die bereits zur Zeit der Errichtung der Grabeskirche Anfang des 4. Jahrhunderts als Ort der Bestattung Jesu verehrt wurde. Der Überbau über dem antiken Felsen war mehrfach Zerstörungen ausgesetzt. Um ihn vor einem Einsturz zu bewahren, wird er seit 1947 von einem Korsett aus Stahlträgern zusammengehalten.

Laut der Mitteilung sollen die Arbeiten noch in diesem Frühjahr beginnen. Für Besucher gebe es keinerlei Einschränkungen, hieß es.

(kna)
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