Hunderte Autofahrer sitzen fest: Griechenland ruft Notstand aus
zuletzt aktualisiert: 05.01.2002 - 17:26Athen/Ankara (AP) Nach den schwersten Schneestürmen seit zehn Jahren hat Griechenland den Notstand im Großraum Athen und im Süden des Landes ausgerufen. Auch Bulgarien erklärte Teile seines Staatsgebiets am Samstag zur Krisenregion.
Schneechaos herrschte auch in der Türkei, in Rumänien und weiteren Ländern Südosteuropas. In Griechenland saßen hunderte Autofahrer auf der Strecke zwischen Athen und Saloniki fast 20 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Die Polizei versuchte mit Unterstützung von Feuerwehr und Armee, die Straßen von Schnee und stecken gebliebenen Fahrzeugen zu räumen. Im Zentrum von Athen fielen etwa 15 Zentimeter Schnee, in den Vororten bis zu 60 Zentimeter. Der internationale Flughafen wurde geschlossen und nahm erst am Nachmittag den Betrieb wieder auf.
Die Athener Polizei wies die Autofahrer an, ihre Fahrzeuge mit Schneeketten auszurüsten. Die Bewohner der nördlichen Vororte an den Bergen Parnas und Penedli wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. In der Mitte Griechenlands waren mehr als 100 Orte wegen des Schnees von der Außenwelt abgeschnitten, in vielen Gebieten fiel der Strom aus.
In der Türkei strich die staatliche Fluggesellschaft am Samstagmorgen mehrere In- und Auslandsflüge. Landesweit wurden zahlreiche Straßen gesperrt, etwa 10.000 Dörfer - vor allem im Osten des Landes - waren durch die Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Behörden setzten die Polizei ein, um festsitzende Autoinsassen mit Brot und Getränken zu versorgen.
Obdachlose Kinder wurden in Griechenland und der Türkei zum Schutz vor der Kälte in Waisenhäuser gebracht, für Erwachsene wurden in Polizeiwachen Betten aufgestellt. Das türkische Innenministerium wies die Behörden an, dafür zu sorgen, dass niemand auf der Straße übernachten müsse. Mindestens drei Menschen erfroren seit Donnerstag bei Temperaturen, die stellenweise bis zu 20 Grad unter den Gefrierpunkt sanken.
Auch in Rumänien konnten die Einsatzhelfer Dutzende Orte nicht erreichen. In der 300.000-Einwohner-Stadt Iasi (Jassy) untersagten die Behörden den gesamten Autoverkehr. In Siebenbürgen sprengte der Katastrophenschutz Eisbarrieren an Flüssen, die die Wasserversorgung mehrerer Städte lahm gelegt hatten.
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