Giftiges Isopropylbenzen in den Boden gelangt: Große Schäden nach Kesselwaggon-Brand in Trier
zuletzt aktualisiert: 29.08.2002 - 21:40Trier (rpo). Bei dem Brand dreier mit giftigem Isopropylbenzen gefüllter Kesselwaggons in Trier sind offenbar toxische Substanzen in den Boden gelangt. Das teilte der Trierer Dezernent Georg Bernarding mit.
Das Leerpumpen der insgesamt vier entgleisten Waggons des verunglückten Güterzuges werde vielleicht bis Freitag dauern, sagte Bernarding, der für die Feuerwehr zuständig ist. Der Schaden sei "erheblich".
Nach seinen Angaben konnte die Evakuierungen im Stadtteil Ehrang teilweise aufgehoben werden. Von insgesamt 116 Bewohnern, die ihre Häuser nach dem Brand verlassen hatten müssen, weil sie im Bereich der Rauchwolke lagen, seien bis auf "etwa zwei Dutzend" alle wieder zurückgekehrt. Der Rest werde bei Bekannten unterkommen, sagte Bernarding. Messungen hätten bislang keine Belastungen für die Luft oder für das Trinkwasser ergeben. Isopropylbenzen entwickelt zusammen mit Wasser giftige Dämpfe. Während des Brandes hatte nach Angaben der Feuerwehr Explosionsgefahr bestanden.
Ursache des Unglücks war die Entgleisung eines Güterzuges. Nach Angaben eines Bahnsprechers waren gegen 13.00 Uhr aus unbekannter Ursache vier Kesselwagen eines Güterzuges mit insgesamt 35 Waggons entgleist, drei der Kesselwagen gerieten in Brand, einer stürzte um. Das Eisenbahnbundesamt habe die Ermittlungen aufgenommen, hieß es.
Den Brand konnte die Feuerwehr erst nach mehr als drei Stunden gegen 16.30 Uhr löschen. Die Brandbekämpfung war erschwert, da ein Löschen mit Wasser unmöglich war. Die Rettungskräfte mussten Atemschutz tragen. Zum Schutz des Grundwassers wurden Ölsperren errichtet.
Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes wurde der Lokführer vom Notarzt behandelt. Er habe vermutlich nur einen Schock, hieß es. Sonstige Personenschäden waren nicht bekannt.
Die Bahnstrecke Trier-Koblenz blieb bis auf weiteres voll gesperrt. Bei dem Unfall wurden nach Angaben der Bahn die Oberleitung, Gleise und die Eisenbahnbrücke über den Fluss Kyll stark beschädigt. Bernarding sagte, die Brücke sei "total zerstört". Zur genauen Schadenshöhe wollte er sich nicht äußern. Das Unternehmen setzte auf der Strecke Trier - Koblenz einen Bus-Ersatzverkehr zwischen dem Trierer Hauptbahnhof und Wittlich ein. Die Unterbrechung werde voraussichtlich bis in die Nachtstunden andauern.
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