Schauspieler wurde nach Berlin geflogen: Günter Pfitzmann gestürzt
zuletzt aktualisiert: 13.06.2001 - 15:00Berlin (rpo). Auf der Baleareninsel Mallorca ist der Schauspieler Günter Pfitzmann (77) schwer gestürzt. Dabei zog er sich Kopf- und Hüftverletzungen zugezogen.
Die Kopfverletzungen erwiesen sich jedoch als leichter, teilte seine Frau am Mittwoch der dpa mit. "Und er scherzt auch schon wieder." Der Schauspieler war am Dienstag mit einem Learjet von der Ferieninsel ins Virchow-Klinikum nach Berlin gebracht worden, berichtete die "Bild"-Zeitung (Mittwoch- Ausgabe).
Nach Angaben seines Sohnes ist der Kreislaufzustand des Schauspielers stabil. "Er ist ansprechbar, muss aber liegen", zitiert die Zeitung Pfitzmanns 36-jährigen Sohn Robert, der Chirurg ist. Über eine Operation sollte erst nach einer Computertomografie entschieden werden.
Nach Angaben Lilo Pfitzmanns war ihr Mann morgens durch eine heftige Drehbewegung im Traum aus dem Bett gefallen und unglücklich auf den Steinfußboden aufgeprallt. Außerdem schlug er mit seinem Kopf an einen Eisentisch. Diese Wunde sei aber schon wieder verschorft. Er habe auch keine Gehirnerschütterung.
"Aber mit der Hüfte ist was passiert und er hat auch Schmerzen", sagte sie. "Auf dem Rückflug nach Berlin hat er schon wieder seine Scherzchen gemacht und gemeint, "wenn ich wieder in Berlin bin, kann ich wenigstens Diepgen trösten"."
Der populäre Schauspieler, ein enger Freund Harald Juhnkes, hatte erst im April vergangenen Jahres schwere gesundheitliche Probleme, als er nach einem Herzinfarkt in eine Berliner Klinik eingeliefert werden musste. Er hatte bereits 1986 einen Herzinfarkt erlitten.
"Ich habe 50 bis 60 Zigaretten am Tag geraucht und zusammen mit dem Zucker ergab das eine schöne Herzoperation, also ich habe sehr unvernünftig gelebt", sagte er einmal dazu. Auch eine schwere Beinverletzung aus dem Krieg macht ihm noch immer zu schaffen, wie er sagte. Anfang der 90er Jahre wurde er auch am Grauen Star operiert.
Pfitzmann wurde den Fernsehschauern unter anderem als Dr. Brockmann in der TV-Serie "Praxis Bülowbogen", aber auch als Würstchen-Otto bei den "Drei Damen vom Grill" oder als Werftbesitzer im "Havelkaiser" bekannt - mit verschmitztem Lächeln, väterlichen Ratschlägen und pfiffigen Einfällen für schwierige Alltagsprobleme. Aber auch in früheren Jahren war er im Fernsehen in Mehrteilern wie "Am gründen Strand der Spree" zu sehen.
Mit Juhnke drehte er zuletzt Ende 1998 das Großstadtmärchen "Letzte Chance für Harry" um einen Obdachlosen und einen Manager. Pfitzmann kam vom Theater. Aber auch das Kabarett lockte ihn. So war er in den Anfangsjahren der Berliner "Stachelschweine" um Wolfgang Gruner, Achim Strietzel und Jo Herbst in den 50er Jahren dabei. Auf der Leinwand sah man ihn unter anderem in Filmen wie "Die Brücke" (von Bernhard Wicki), "Hunde, wollt ihr ewig leben" oder "Lieb Vaterland, magst ruhig sein".
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