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Berlin
500 Millionen Euro Schaden durch Einbrüche

Berlin. Die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Euro Schaden verursacht. Die Zahlungen der Hausratversicherer an Opfer von Wohnungseinbrüchen überschritten die 500-Millionen-Euro-Grenze.

Sie seien so hoch "wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr" (1993: umgerechnet 562 Millionen Euro, damals 1,1 Milliarden D-Mark), berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmen der Versicherungsbranche.

Im Jahr 2014 betrug die Summe, die Versicherer für Einbruchschäden an ihre Kunden zahlten, demnach 490 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden pro Haushalt habe bei 3250 Euro gelegen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die "Welt" berichtet, für 2015 weise die Kriminalstatistik 167.136 erfasste Fälle von Wohnungseinbrüchen aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Das wäre der höchste Wert seit 1997 - damals wurden 182.009 Einbrüche registriert.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stellt die neue Polizeiliche Kriminalstatistik voraussichtlich im Mai offiziell vor. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert mehr Geld für Beratungsstellen der Polizei und "eine noch bessere staatliche Unterstützung für den Einbau von Sicherheitstechnik".

Viele Mieter und Hauseigentümer scheinen aus Angst vor Diebstählen auch anderweitig vorzusorgen. "Schließfächer sind seit geraumer Zeit gefragt", sagte ein Sprecher des Bankenverbandes BdB. Bei einigen Geldinstituten gebe es Wartelisten. "Vor allem in Städten ist die Nachfrage größer als das Angebot", ergänzte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Weitere Gründe für den Run auf Banktresore könnten die Diskussion um die Einführung einer Obergrenze für Bargeldzahlungen und die Abschaffung des 500 Euro-Scheins sowie die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, vermutete der Sprecher. Die EZB hat im Kampf gegen Konjunkturschwäche und Mini-Inflation nicht nur den Leitzins auf null gesenkt, sondern auch den Strafzins erhöht.

Rund 30 Euro im Jahr kostet ein Schließfach.

(dpa)
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