Unbekannter fordert eine Million Mark: Hannovers Verkehrsbetriebe werden erpresst
zuletzt aktualisiert: 27.04.2000 - 13:27Hannover (dpa/AP). Ein Unbekannter erpresst die Hannover Verkehrsbetriebe Üstra und droht mit Anschlägen auf die U-Bahn. Der Täter habe in einem anonymen Brief eine Million Mark gefordert, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Klinge, am Donnerstag mit. Er bestätigte damit Berichte mehrerer Zeitungen. Ein erstes Ultimatum verstrich bereits am Mittwochabend.
In seinem am Mittwoch bei der Üstra eingegangenen Schreiben habe sich der Unbekannte als ein Krebskranker bezeichnet, der nichts mehr zu verlieren habe, sagte Klinge weiter. Dennoch habe man die Drohung mit Sprengstoffanschlägen ernst nehmen müssen. Die Polizei habe Sofortmaßnahmen ergriffen und auch U-Bahn-Schächte mit Sprengstoffspürhunden durchsucht. Dabei hätten sich keinerlei Hinweise auf Sprengkörper ergeben.
Dem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge verlangte der Erpresser von der Üstra, den Millionenbetrag ab Mittwoch 16.00 Uhr bereitzuhalten. Erneuten Kontakt mit den Verkehrsbetrieben wollte der Unbekannte über ein Handy aufnehmen, dessen Nummer die Üstra in einem Fenster ihres Verwaltungsgebäudes in der hannoverschen Innenstadt aushängen musste. Bis zum frühen Nachmittag des Donnerstag sei aber kein Anruf Erpressers auf dem Handy eingegangen.
Es sei schwierig einzuschätzen, ob der Unbekannte seine Ankündigungen tatsächlich ernst meine, sagte Klinge weiter. Nicht bestätigen wollte er Gerüchte, dass die Polizei bereits konkrete Hinweise auf den Täter habe. "Es kann noch keine Entwarnung geben. Die Ermittlungen laufen weiter", sagte der Staatsanwalt.
Wie die Üstra mitteilte, kam es bisher nicht zu Einschränkungen des U-Bahn-Verkehrs in Hannover. "Die Üstra tut alles, um die Situation zu klären und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten", sagte Unternehmenssprecher Georg Fladt-Stähle.
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