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Bingen
Haus mit Flüchtlingen brennt - rechtsextremes Motiv?

Bingen. Nach einem nächtlichen Feuer in einem Haus im rheinland-pfälzischen Bingen mit sechs Verletzten geht die Polizei von Brandstiftung aus. An und in dem Gebäude, in dem neben Saisonarbeitern aus Deutschland und Portugal auch 13 Flüchtlinge übernachten, wurden drei Hakenkreuze entdeckt. Die Polizei prüft deshalb mit einer 44-köpfigen Sonderkommission einen fremdenfeindlichen Hintergrund, ermittelt aber in alle Richtungen. Zur genauen Brandursache machte sie gestern zunächst keine näheren Angaben. Nach ersten Ermittlungen sei das Feuer im Keller aber vorsätzlich gelegt worden. "Gebrannt haben im Kellerbereich gelagerte Holzteile." Vier Bewohner und zwei Feuerwehrleute erlitten eine Rauchvergiftung.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die zusammen mit Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) zum Tatort kam, zeigte sich schockiert. "Natürlich können wir heute nicht absolut sagen, es ist tatsächlich eine rechtsmotivierte Straftat, aber es gibt viele Hinweise, die das befürchten lassen", sagte Dreyer. "Das ist nicht nur schockierend, das ist wirklich auch beschämend." Sie sprach von einer neuen Dimension und sagte: "Das wollen wir nicht in diesem Land."

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner schrieb in einer Mitteilung: "Der Brandanschlag in Bingen hinterlässt mich traurig und bestürzt. Es müsse klar sein, dass jeder Mensch in Deutschland Schutz und Sicherheit beanspruchen könne. Das gelte auch "für diejenigen Zuwanderer, die Deutschland wieder verlassen müssen".

Das Feuer in Bingen-Sponsheim brach in der Nacht zu gestern aus. In dem Gebäude befanden sich zur Tatzeit nach Angaben der Stadt Bingen 25 Menschen. Das Haus ist laut Polizei vorerst unbewohnbar.

(dpa)
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