Pariser Modedefilées: Haute Couture: Von Exotik bis Klassik
zuletzt aktualisiert: 09.07.2001 - 14:51Paris (rpo). Was trägt die Frau im nächsten Herbst und Winter? Die Pariser Haute Couturiers haben sich diesmal folgendes einfallen lassen: Man nehme einige Anleihen aus exotischen Kulturen, wem´s dann zu bunt wird, der kann auch das klassische Schwarz zurückgreifen. Die neuen Kreationen sind noch bis zum Mittwoch zu sehen - allerdings nur für geladene Gäste.
Das bewies nicht zuletzt Julien Macdonald bei seinem Debüt als Designer für das französische Traditionshaus Givenchy. Der 28- jährige Waliser ersetzt den Engländer Alexander McQueen, der kürzlich zur italienischen Gucci-Gruppe gewechselt war. "Er liebt es zu provozieren, ich liebe es zu gefallen. Schönheit, ja. Vulgarität, nein", antwortete Macdonald auf Vergleiche mit seinem Vorgänger. "Big Mac", wie ihn seine Freunde nennen, ging wenig Risiko ein und setzte auf Klassik. Mal streng und hochgeschlossen, mal flatternd und transparent.
Macdonald spielt gern mit den Kontrasten. Das Dekollete mit einem Meer aus Rüschen gefüllt oder maskulin mit Hemd und Krawatte. Viel Schwarz ist dabei, aber auch Grau. Federn dekorieren das rückenfreie Kleid aus Seiden-Georgette, der Trench aus Pythonleder erhält Ärmel aus Silberfuchs. Schräg angesetzte Volant-Falben verlängern kurze Kleider, Jumpsuits haben Asymmetrien.
Auch der Italo-Amerikaner Carlo Ponti greift fast ausschließlich auf Schwarz zurück. Streifen laufen bei seinen Modellen spiralförmig um den Körper. Ein kurzes Cape-Kleid wird gebauscht, ein Reif aus Fuchsfell um den Hals gelegt und so zum Kleidungsstück.
Adeline Andre gehört wie Ponti zu den Designern, die sich mit kleinen und individuellen Kollektionen im Umfeld der mächtigen Couture-Häuser behaupten wollen. Die Französin experimentiert mit Taschenformen, setzt etwa vier auf die Vorderseite, zwei auf das Rückteil oder lässt sie aneinander gereiht seitlich am Körper entlangfallen. Am weit geschnittenen Hosenbein gibt es einen dekorativen Riegel. Die Reißverschlüsse auf den Overalls oder Mänteln kontrastieren farblich zum Stoff, wie auch die Schlauch- Elemente, die als Dekor auftreten oder sich zu einem Oberteil formieren.
Auch Emanuel Ungaro ließ sich in seinem Defilee am Montag von der neuen Lust am Schwarz anstecken. Seine bestickten Abendroben aus Spitze, Tüll oder Seide dekoriert der Franzose italienischer Herkunft mit Federn, Pelzbesatz oder weißen Perlenketten. Schmale Lederhosen sind schwarz oder lila und bemalt, dazu kombiniert Ungaro schwarz-weiß-gemusterte Wollmäntel und Jacken. Die gewannen dann im Laufe der Show immer mehr an Farbe und schließlich auch an den Ungaro-typischen Blumendekoren.
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