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Düsseldorf
Heute kommt Tief "Iwan", morgen "Jürgen"

Düsseldorf. Es ist die Woche der Sturmtiefs. "Heini" sorgte dafür, dass in einigen Städten die Weihnachtsbäume auf dem Markt umgeweht wurden, unter anderem in Erfurt. Am Wochenende fällt das Thermometer rapide und es soll schneien. Von Jörg Isringhaus

Die gute Nachricht zuerst: Sturmtief "Heini" hat sein Pulver verschossen. Die schlechte: "Iwan" braust heute heran, und "Jürgen" (so der voraussichtliche Name) steht in den Startlöchern. Dass drei Sturmtiefs in einer Woche über Deutschland hinwegfegen, ist eher ungewöhnlich. "Allerdings war ,Heini' das kräftigste", sagt Tobias Reinartz, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Auf dem Brocken im Harz wurden Windgeschwindigkeiten von 170 km/h erreicht, in Düsseldorf noch 90 km/h - das entspricht Windstärke zehn.

Auch Orkanböen hat "Heini" geliefert, in Erfurt zum Beispiel. Dort knickte auf dem Domplatz der 28 Meter hohe Weihnachtsbaum um und stürzte auf leere Buden. Nach dem Aufrichten misst er nur noch 19 Meter. Auch in Dortmund wurde der Weihnachtsmarkt-Baum vom Wind gekappt, in Wuppertal wurde er laut Feuerwehr gar "zerrissen". In Bremen mussten rund 1400 Asylbewerber kurzfristig von Zeltlagern in Schulen umziehen. Die Zelte halten höchstens Windstärke zehn aus. Auch in Dresden und Berlin wurden mehrere Hundert Flüchtlinge aus Zelten in andere Unterkünfte gebracht, ebenso in Selm und Soest. Dort bestand die Sorge, umstehende Bäume könnten entwurzelt werden. Tatsächlich knickten im Land einige Bäume um, großer Schaden entstand nicht.

Mit "Iwan" wird es nun heute wieder stürmisch, der Schwerpunkt liegt allerdings im Norden Deutschlands. Morgen zieht "Jürgen" vor allem über die Mitte und den Süden der Republik, Düsseldorf liegt laut Reinartz am Rande der Sturmzone. Mehr als Windstärke acht bis neun sei aber nicht zu erwarten. Die Temperaturen liegen heute bei 13, morgen bei rund zehn Grad.

Am Samstag rauschen die Werte nach unten: Dann zieht mal wieder die berüchtigte "Kaltluft polaren Ursprungs" herein. Heißt: Am Sonntag wird es nur noch höchstens fünf Grad warm. Nachts ist mit Frost zu rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt am Samstag auf 600 Meter, am Sonntag sogar darunter. "Schnee im Flachland ist möglich, bleibt aber nicht liegen", sagt Reinartz. Schuld an der Wetterlage ist eine sogenannte Hochdruckbrücke - diese bildet sich zwischen zwei Hochs über dem Atlantik und der Tiefdruckzone über Nordeuropa und sorgt für die unangenehme Kaltluft-Zufuhr.

Ob es weiter so kalt bleibt, ist ungewiss. Anfang der kommenden Woche wohl schon, sagt Reinartz, darüber hinaus sind Vorhersagen schwierig. "Es ist eher der Jahreszeit entsprechend", sagt er. Und es wird wohl auch wieder stürmischer. Glück für Hobby-Ornithologen: Der starke Gegenwind hat viele Kraniche auf dem Weg in ihre Winterquartiere zu einer Zwangspause verdonnert. Auf ihren Rastplätzen in Deutschland sind so im Moment für die Jahreszeit vergleichsweise viele Vögel zu beobachten. So wurden vor kurzem in der Diepholzer Moorniederung rund 28.000 Kraniche gezählt, in Linum bei Berlin waren es rund 11.600 Vögel.

Quelle: RP
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