Malawi: Hilfsorganisationen wollen Adoption eines Jungen durch Madonna prüfen lassen
zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 12:48Lilongwe (rpo). Die Adoption eines kleines Jungen durch Popstar Madonna stößt in Malawi auf Kritik. Mehrere Kinderhilfsorganisationen wollen die Adoption gerichtlich überprüfen lassen. Ein Sprecher der Gruppe "Eye of the Child" sagte am Montag, man wolle sicherstellen, dass bei der Adoption alle Gesetze des Landes zum Schutz von Kindern beachtet werden.
"Das Gericht hat seine Entscheidung offenbar auf Basis von Madonnas Vermögen gefällt", sagte Boniface Mandere von "Eye of the Child". "Aber bei der Elternschaft geht es nicht um Geld, es geht um Fürsorge, Herz und Liebe." Ein Richter in Malawi hatte Madonna in der vergangenen Woche die vorläufige Genehmigung zur Adoption des kleinen David erteilt.
Die Hilfsorganisationen wollten das Gericht möglicherweise um eine einstweilige Verfügung bitten, bis sichergestellt sei, dass die Sängerin sich angemessen um das Kind kümmern könne. Mandere betonte, seine Gruppe sei nicht dagegen, dass Madonna ein Kind aus Malawi adoptiere. Allerdings müssten die Gesetze eingehalten werden.
Das Gericht gab Madonna und ihrem Ehemann Guy Ritchie die Erlaubnis, den einjährigen Jungen zu adoptieren, obwohl das Paar die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt. Danach müssen die zukünftigen Adoptiveltern ein Jahr lang in Malawi leben, während Sozialarbeiter die Lebensumstände des Paares prüfen. Das Gesetz erlaubt auch keine Auslandsadoptionen, allerdings sind solche Adoptionen auch nicht ausdrücklich verboten.
Madonna und ihr Mann verließen Malawi am Freitag, konnten David aber aus juristischen Gründen noch nicht mitnehmen, wie eine Sprecherin der Sängerin erklärte. Aus Behördenkreisen verlautete, zunächst kümmerten sich Mitarbeiter Madonnas um den Jungen.
Madonna hat bereits zwei eigene Kinder, die neun Jahre alte Lourdes und den fünfjährigen Rocco. Ihre Hilfsorganisation Raising Malawi baut in dem afrikanischen Land ein Waisenhaus, in dem bis zu 4000 Kinder wohnen, essen und zur Schule gehen sollen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







