Strenge Sichereheitsmaßnahmen nach Terroranschlägen: Hollywood: Schwere Zeiten für Paparazzi
zuletzt aktualisiert: 05.12.2001 - 08:54Los Angeles (rpo). Hunderte von Fotografen in Los Angeles verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, die großen Stars vor Premieren, Benefizgalas und Preisverleihungen auf dem roten Teppich abzulichten. Doch seit dem 11. September ist den meisten Paparazzi der Zutritt verboten.
Nach den Terroranschlägen stand Hollywood wochenlang still. Alle großen Veranstaltungen wurden verschoben oder ganz abgesagt.Zwar trauen sich die Stars allmählich wieder aus dem Haus, doch die Sicherheitsvorkehrungen am roten Teppich sind strenger als je zuvor.
Bei den Premieren von "Zoolander", Mariah Careys "Glitter" oder Michael Douglas "Don’t say a word" hätten sich normaler Weise mindestens 50 Fotografen getummelt. Doch die PR-Beauftragten ließen nicht einen einzigen zu. Und zum ersten Mal in 16 Jahren war sogar hochrangigen Fotografen der Zutritt zu der Emmy-Preisverleihung verboten. Es sei eben kein Platz für alle, so die Begründung.
Zusammenarbeit erschwert
Terrorismus, Krieg und die Angst vor Anthrax erschweren die Zusammenarbeit zwischen Filmstudios, Stars und den Paparazzi. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen bedeuten kleinere Veranstaltungen und weniger Platz für Fotografen, die aus dem Glamour Profit schlagen, diesen aber gleichzeitig aufrecht erhalten.
Allerdings sind Journalisten besorgt, dass die Filmstudios die neuen Sicherheitsvorkehrungen als hauseigene Zensur nutzen. Denn liegt es allein in ihrer Hand, Fotografen auszuschließen, könnten sie durch die Auswahl die Eindrücke der jeweiligen Veranstaltung beinflussen.
Nichts gegen Taschenkontrollen
"Die Situation ist schlimmer, als in der Zeit nach Dianas Tod," so Fotograf Jim Smeal, "damals hat man uns zwar auch ausgeschlossen, aber das war wenigstens schnell vorbei."
Über 60 freie Fotografen haben sich jetzt zusammengetan, um als Verein gegen die Medienkontrolle der Studios vorzugehen. Zusammen mit der Polizei von Los Angeles arbeiten sie an einem Sicherheitssystem, mit dem sogar der paranoideste Pressesprecher leben kann. Gegen Hintergrundchecks und Taschenkontrolle haben die Fotografen nichts mehr einzuwenden, sie wollen einfach nur wieder arbeiten.
Autorin: Katja Lau
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