Filmemacher Thomas Grimm dreht TV-Dokumentation: Honecker sagte "Honecker" zu Honecker
zuletzt aktualisiert: 18.09.2002 - 16:02Berlin (rpo). Während seiner Recherche zu der TV-Dokumentation "Honeckers Flucht - das Ende eines Kommunisten" erfuhr Thomas Grimm aus erster Hand ein paar Interna aus dem Hause Honecker.
Acht Jahre nach dem Tod des ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker hat seine Witwe Margot Honecker für eine Fernseh-Dokumentation Geheimnisse preißgegeben. Über den Kontakt des Filmemachers Thomas Grimm zu der 75-Jährigen berichtet die Zeitschrift "Super Illu" in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Margot Honecker lebt seit dem Tod ihres Mannes 1994 in Santiago de Chile.
Der Film "Honeckers Flucht - das Ende eines Kommunisten" wird im Oktober von der ARD ausgestrahlt. Grimm berichtet, Margot Honecker habe bei der Sichtung der Unterlagen ihren Mann in der Regel "Honecker" genannt. Einblick in die Unterlagen habe sie gewährt, um Gerüchten entgegenzuwirken, alles an wohlhabende Souvenirsammler verkauft und so ihre Erinnerungen zu Geld gemacht zu haben.
Mit Überraschung habe Grimm bemerkt, dass der Staatsratsvorsitzende für Staatsbesuche Visastempel in seinem Diplomatenausweis brauchte. Außerdem sei er 1980 dem damals neu gegründeten "Verband der Freidenker der DDR" beigetreten. "Hinter dem obskuren Klub steckte der Versuch der Stasi, ein bisschen Demokratie vorzutäuschen". Beim ersten Treffen habe der Journalist Grimm das Gefühl gehabt, Honecker habe sich seit dem Tod ihres Mannes nicht mit seiner Hinterlassenschaft beschäftigt. "Ich glaube, sie hat alles in Kartons im Schlafzimmer aufbewahrt. Es war weder geordnet noch abgeheftet", berichtet Grimm.
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