Verantwortliche sollen handeln: Huber: Wickert hat Deutschlands Ansehen geschadet
zuletzt aktualisiert: 04.10.2001 - 15:02München (rpo). "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert hat nach Ansicht des bayerischen Staatskanzleichefs Erwin Huber (CSU) mit seinen umstrittenen Äußerungen über US-Präsident George W. Bush dem Ansehen Deutschlands in der Welt geschadet. "Deshalb müssen die Verantwortlichen in der ARD jetzt handeln", forderte Huber am Donnerstag in München.
Die Entschuldigung Wickerts reiche nicht aus. Mit dessen Äußerungen wird nach Hubers Ansicht nicht nur der Nachrichtenkompetenz der "Tagesthemen", sondern der gesamten ARD schwerer Schaden zugefügt.
Wickert hatte am Mittwochabend in seiner Sendung erklärt, er nehme eine als Vergleich Bushs mit dem Moslem-Extremisten Osama bin Laden verstandene Formulierung "mit Bedauern" zurück. In einem Beitrag für die Zeitschrift "Max" hatte Wickert Bush und Bin Laden die "gleichen Denkstrukturen" bescheinigt. Der 58-Jährige erklärte, er habe nur die Aussage eines FAZ-Beitrags der indischen Autorin Arundhati Roy interpretiert. Seine Formulierung sei "offenbar missverständlich und misslungen" gewesen.
Der Chef des Adolf-Grimme-Instituts (Marl), Bernd Gäbler, verteidigte dagegen Wickert. Seine umstrittene Formulierung sei zwar ein Missgriff. "Jetzt soll man (aber) die Kirche im Dorf lassen. Wickert ist Journalist und nicht Regierungssprecher", sagte Gäbler, dessen Institut die renommierten Grimme-Fernsehpreise vergibt. Der "Tagesthemen"-Anchorman habe für die ARD bei der Berichterstattung über die Terroranschläge Hervorragendes geleistet.
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