Schauspielerin ist persönlich nicht zu erreichen: Im Trennungsfall Uschi Glas droht eine Schlammschlacht
zuletzt aktualisiert: 15.02.2002 - 12:01München (rpo). Jetzt also auch Uschi Glas. Ihr Mann hat sie mit einer Jüngeren betrogen, sie selbst war völlig ahnungslos. Doch die Auseinandersetzung zwischen Glas und ihrem Mann Bernd Tewaag gerät langsam zur öffentlichen Schlammschlacht.
Die 57 Jahre alte Schauspielerin, in der Münchner Gesellschaft allgegenwärtig und für viele eine Art bayerischer Ikone, wollte es anfangs nicht glauben. Doch dann stellte sie sich der Tatsache, dass ihr gleichaltriger Ehemann Bernd Tewaag eine andere hat - noch dazu 27 Jahre jünger als sie selbst. 28 Jahre kennt sie ihren Mann, 20 Jahre sind beide verheiratet. Ein Vorzeigepaar am Ende?
Uschi Glas ging in die Offensive und gab Interviewern etlicher Tageszeitungen tiefen Einblick in ihren Seelenzustand - ganz entgegen ihrer sonstigen Zurückhaltung. Solche Offenheit könne ein Ventil sein für große Verzweiflung, sagt der Sozialpsychologe Tobias Greitemeyer von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.
Und Uschi Glas war verzweifelt nach den Fotos in einer Illustrierten, die ihren Mann in trauter Zweisamkeit mit der anderen zeigten - einer attraktiven Würstl-Verkäuferin und Imbiss-Pächterin. "Zuerst habe ich an eine Fotomontage oder an eine Fälschung gedacht", sagte die Schauspielerin in einem der ersten Interviews. "Ich kann's einfach nicht fassen." Persönlich ist sie derzeit nicht zu erreichen.
In Interviews sagte sie, es sei doch das Besondere an ihrer Beziehung zu TV-Produzent Tewaag gewesen, dass man zueinander stehe und sich auch wirklich treu sei. "Diesen Vertrauens-Missbrauch verzeihe ich meinem Mann niemals", sagte Glas und sprach auch von Scheidung.
Die Auseinandersetzung der Eheleute gerät allmählich zur Schlammschlacht; sie erinnert stark an die Streitigkeiten von Boris und Barbara Becker, von Schauspieler Klausjürgen Wussow und seiner Frau Yvonne sowie TV-Moderatorin Sabine Christiansen mit Theo Baltz. All diese Promi-Paare haben sich von den Medien tief in die Karten blicken lassen, wurden andererseits aber auch zum Spielball von Gerüchten, Halbheiten und Interesse geleiteten Kampagnen. Die absichtliche Offenherzigkeit der Promis, die möglicherweise so die Mechanismen des Boulevard zu zähmen wähnten, schlug voll auf sie zurück.
Froh über Anteilnahme
"Solche Offenheit ist manchmal nicht dumm, weil man sich damit ein Herumschnüffeln der Medien ersparen kann", sagt Sozialpsychologe Greitemeyer. "Das kann aber auch eine Art Hilferuf sein, denn manchmal haben Prominente wohl gar nicht so viele wirkliche Freunde und sind dann froh über jede Anteilnahme, und sei es die von Reportern." Es könne dabei aber auch um ein verstecktes Signal "Komm' doch zurück" gehen.
Uschi Glas gilt als starke Frau, die Familie und Beruf gut vereinbaren konnte. Aus ihrer Ehe gingen zwei inzwischen erwachsene Söhne und Tochter Juliette Annamaria (15) hervor. Ihren beruflichen Durchbruch hatte sie 1968 in Peter Schamonis Film "Zur Sache Schätzchen". Sehr beliebt war die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin (Bambi, Goldene Kamera, Bayerischer Fernsehpreis, Bayerischer Verdienstorden) mit ihren Rollen in der ZDF-Serie "Zwei Münchner in Hamburg" (mit Elmar Wepper) und in der SAT.1-Serie "Anna Maria - eine Frau geht ihren Weg".
Einer ihrer Filme in der 60er Jahren hieß "Das große Glück" - und das Los dazu schien sie mit ihrem "Bernie" gezogen zu haben. Um so erschütterter ist sie jetzt: "Ich weiß nicht, was ich denken soll. Ich weiß nur, dass ich das nicht hinnehmen kann", sagte Glas.
Tewaag: Uschi hat doch alles gewusst
Und dann meldete sich auch ihr Mann in einem Interview zu Wort. Er wollte zwar nicht so recht Farbe bekennen, ob die vielfach erwähnte, 30 Jahre alte Wahlmünchnerin und gebürtige Dresdnerin definitiv seine neue Freundin ist. Doch Tewaag betonte: "Ich verstehe nicht, dass Uschi jetzt so überrascht tut. Sie hat doch alles seit drei Monaten gewusst."
Einen Tag später - wieder in einem Interview - konterte Uschi Glas: "Was zieht der Bernie denn für eine Nummer ab? Warum lügt er? Niemals hätte ich eine Affäre, eine andere Frau geduldet." Und empört fügte sie hinzu: "Ich steh' doch nicht daheim wie ein Möbelstück rum, und er geht abends schnackseln." Es wird dies nicht die letzte laute Äußerung gewesen sein zwischen zwei Menschen, die in der Öffentlichkeit immer als perfektes Ehepaar galten.
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