Antrag von Indianer- und Menschenrechtsverbänden: Indianernamen an kalifornischen Schulen vor dem Verbot
zuletzt aktualisiert: 20.05.2002 - 10:28Sacramento (rpo). Die öffentlichen Schulen in Kalifornien sollen indianische Namen wie "Apache", "Redskins" oder "Comanches" ablegen. Das fordern Indianer- und Menschenrechtsverbände, die dem Parlament in Sacramento einen Gesetzentwurf unterbreitet haben.
Stimmen die Politiker dem Antrag zu, dann wäre Kalifornien der erste amerikanische Staat, der die Namensänderung gesetzlich verankert. Nach Angaben von Indianer-Verbänden haben in den letzten 30 Jahren bereits über 1500 amerikanische Schulen ihre nach Indianern benannten Maskottchen und Vereine umgetauft. Doch allein in Kalifornien gibt es noch über 100 Schulen, die Namen wie "Braves", "Chiefs" und "Indians" benutzen. Diese Bezeichnungen seien diskriminierend, rassistisch und machten sich über die indianische Kultur lustig, erklärte Paula Starr vom "Indian Center" bei Los Angeles am Freitag (Ortszeit) der dpa.
Das Tragen von Indianer-Federn bei einer Sportveranstaltung oder Anfeuerungsrufe wie "Nieder mit den Indianern" verletzten Stammes- Rituale und schadeten den Angehörigen von Indianerstämmen. Viele Amerikaner seien sich der abschätzigen Bedeutung populärer Begriffe nicht bewusst, meint Starr. So stehe "Redskins", ein beliebter Vereinsname, für die blutige Kopfhaut eines toten Indianers. Gegner des Gesetzentwurfs werfen der Initiative überzogene politische Korrektheit vor und verteidigen die indianischen Namen als besondere Ehrung. Die Indianer sollten doch stolz darauf sein, dass eine Schule ihr Maskottchen "Warrior" nennt, sagte ein republikanischer Abgeordneter gegenüber der Zeitung "Scramento Bee". Sollte das Gesetz in Kraft treten, hätten die Schulen bis zum Jahr 2004 Zeit, ihre indianischen Vereinsuniformen und Abzeichen auf Staatskosten zu ändern.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







