kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Britische Behörden schreiten ein: Internet-Adoptivkinder müssen zurück

zuletzt aktualisiert: 19.01.2001 - 18:14

London (dpa). Ein sechs Monate altes Zwillingspaar aus den USA hat jetzt bereits die vierten «Eltern» - und in einem Aufsehen erregenden und Grenzen überschreitenden Fall von Adoption per Internet ist unwahrscheinlich, dass dies das letzte Elternpaar ist. Der High Court in London soll nun über das weitere Schicksal der Mädchen entscheiden. In der nächsten Woche soll es die erste Anhörung geben.

Die britischen Behörden hatten am späten Donnerstagabend in Mold (Nord-Wales) einem Ehepaar, das sich die Mädchen per Internet in den USA zur Adoption «besorgt» hatte, die Kinder wieder weggenommen. Sozialarbeiter und Polizisten trugen die schlafenden Kinder vor den Linsen von Dutzenden von Kameraleuten und Fotografen aus einem Hotel, in dem die Adoptiveltern Alan (45) und Judith Kilshaw (47) wohnten. Die Kinder waren von einem Richter unter Berufung auf eine nicht näher erläuterte Gefahr im Verzuge in Obhut der Behörden gegeben worden. Sie wurden bis zu einer endgültigen Entscheidung über die künftigen Eltern Pflegeeltern übergeben.

Kilshaws waren bereits die dritten Eltern der Zwillinge. Sie hatten 8 200 Pfund (24 600 Mark) über eine Adoptionsagentur in den USA, die im Internet Kinder anbot, bezahlt. Als die Kilshaws die Kinder adoptierten, waren diese jedoch bereits von einem amerikanischen Paar in Kalifornien, Vickie und Richard Allen, adoptiert worden. Da diese nur 6 000 Dollar (12 000 Mark) bezahlt hatten, hatte die Leiterin der Adoptionsagentur die leibliche Mutter bewogen, die Zwillinge den Allens unter einem Vorwand wieder wegzunehmen und sie stattdessen den besser zahlenden Kilshaws zu geben.

Die britische Öffentlichkeit war auf den Fall aufmerksam geworden, nachdem die Allens die Kilshaws in einer Fernsehsendung der Kindesentführung beschuldigten. Alan und Judith Kilshaw - die bereits drei eigene Kinder haben, jedoch über ihren starken Wunsch nach weiteren Kindern berichteten - beharrten darauf, überhaupt nicht gewusst zu haben, dass es schon andere Adoptiveltern gegeben habe.

Am Donnerstagabend meldete sich auch die leibliche Mutter, die 28- jährige Hotelrezeptionistin Tranda Wecker aus St. Louis (Missouri), im britischen Fernsehen zu Wort: Sie habe bisher von der Agentur überhaupt kein Geld für die Zwillinge bekommen. Inzwischen bereue sie ihre Entscheidung und wolle die Mädchen wieder zurück haben.

Am Freitagmorgen zeigte sich Alan Kilshaw im britischen Fernsehen BBC zuversichtlich, die Wegnahme «seiner» Zwillinge vor Gericht wieder rückgängig machen zu können: «Es kann ja wohl nicht im Interesse der Kinder sein, jetzt zu Pflegeeltern zu kommen.» Seine Frau weinte: «Wir haben nicht gegen das Gesetz verstoßen und werden wie Kriminelle behandelt.» Auch Richard Allen sagte im britischen Fernsehen, er hoffe «als Vater der Kinder» nach wie vor, diese in Kalifornien bald wieder in die Arme schließen zu können.

Eine leitende Richterin des US-Staates Arkansas, Ellen Brantley, sagte der BBC: «Es sieht so aus, als gebe es in diesem Fall eine Menge Schurken und keine Helden.» Die leibliche Mutter habe sich mit großer Wahrscheinlichkeit strafbar gemacht, als sie fälschlicherweise bei der Adoption durch die Kilshaws behauptet habe, in Arkansas zu leben. Vermutlich hätten sich auch Kilshaws durch falsche Angaben in Arkansas strafbar gemacht. Der britische Premierminister Tony Blair hatte bereits am Donnerstag den ganzen Fall als «abscheulich» bezeichnet und eine Gesetzesinitiative angekündigt, um zu verhindern, dass britische Bürger die strengen Adoptionsvorschriften daheim durch den «Kauf» von Kindern per Internet umgingen.

Quelle: RPO Archiv

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Vier Menschen verbrennen bei Flugzeugabsturz

Rheinstetten

Vier Tote bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am Flugplatz Rheinstetten nahe Karlsruhe sind am Mittwoch ... mehr 

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

Ein 28 Jahre alter Mann ist bei einem Strandfest in der Nähe von Bonn in den Rhein gesprungen und ertrunken. Erst vier Tage später wurde sei ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Elternhaus

Sommerwetter hat ein Ende

Es wird deutlich kühler

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Mehr Panorama
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind .. mehr 
 
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind ..
mehr 
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Wer braucht schon Robben, Beckham, Ballack und ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Bei einer Gasexplosion in Bremerhaven ist ein ..
mehr 
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Hobby-Piloten werfen sich am Pfingstmontag mit ..
mehr 
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre ..
mehr 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr 
 

Rheinstetten

Vier Menschen verbrennen bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am Flugplatz Rheinstetten nahe Karlsruhe sind am Mittwoch vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei um den 73-jährigen Piloten aus Rheinstetten sowie einen 47-jährigen ... mehr

 
 

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

 
 

Afghanin verliert nach Angriff Baby

Mann wollte schwangerer Ehefrau Zunge abschneiden

 

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Haus des Täters

Top-Services