Sozialbehörde nimmt sich der Kinder an: Internet-Zwillinge sollen in die USA zurück
zuletzt aktualisiert: 09.04.2001 - 19:53London (rpo). Im Rechtsstreit um die via Internet doppelt adoptierten Zwillinge Kimberley und Belinda haben die britischen Adoptiveltern eine Niederlage hinnehmen müssen. Der High Court entschied am Montag, dass die Kinder in die USA zurückgebracht werden müssen. Dort bemühen sich die zweiten Adoptiveltern und inzwischen auch die getrennt lebenden leiblichen Eltern um das Sorgerecht. Bis zu einer endgültigen Entscheidung sollen die Zwillinge in die Obhut der Sozialbehörde von Missouri gegeben werden.
Das britische Ehepaar Kilshaw hatte die neun Monate alten Mädchen am 22. Dezember vergangenen Jahres in Little Rock im US-Staat Arkansas adoptiert. Dabei verstießen Alan und Judith Kilshaw aber gegen das Gesetz, das in Arkansas vorschreibt, dass die neuen Eltern oder die leibliche Mutter vor einer Adoption mindestens 30 Tage lang in Arkansas gewohnt haben müssen. Die leibliche Mutter der Zwillinge, Tranda Wecker, hatte den Wohnsitz einer Tante in Arkansas fälschlicherweise als ihren eigenen angegeben. Die Briten erfüllten die 30-Tage-Frist ebenfalls nicht.
Anwälte der Eltern der Zwillingsmädchen forderten das britische Gericht in der vergangenen Woche auf, die Kinder als entführt zu betrachten. Ein US-Richter hatte die Adoption durch die Kilshaws bereits Anfang März für nichtig erklärt und den High Court aufgefordert, die Rückgabe der Kinder in die Vereinigten Staaten anzuordnen.
Geklagt hatte dabei ein kalifornisches Ehepaar, das die beiden Mädchen zuvor ebenfalls über das Internet adoptiert hatte. Wecker hatte ihre Töchter zunächst an die Allens aus Kalifornien vermittelt, ihnen dann die Mädchen unter einem Vorwand wieder weggenommen und sie den Kilshaws übergeben. Derzeit befinden sich Kimberley und Belinda in der Obhut der britischen Sozialbehörden.
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