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Iris will wissen, wie die Welt in 300 Jahren aussieht
Iris Berben enthüllt ihre Jugendsünden
Stuttgart (rpo). Schauspielerin Iris Berben hat über ihr Leben geplaudert und dabei festgestellt, dass sie große Angst vor dem Tod hat. In einem Interview mit dem Magazin "Reader's Digest" hat sie außerdem ihre Jugendsünden enthüllt.

Drei Mal flog sie von der Schule, und während der Studentenunruhen der 68er-Bewegung warf sie Fensterscheiben ein. Seit Jahren gilt Iris Berben, die 1950 in Detmold als Kind eines Gastronomen-Ehepaars geboren wurde, als erotischste Frau Deutschlands. Ein Image, das der erfolgreichen Schauspielerin offenbar gar nicht recht ist. "Ich mag es nicht, wenn man mich wie eine Ware anstarrt." Seit über 30 Jahren steht sie vor der Kamera, zum Beispiel als Kommissarin Rosa Roth im ZDF oder jüngst im Kino in Doris Dörries Film "Bin ich schön?".

Über die Hamburger Protestszene war sie Mitte der 60er Jahre zum Film gekommen. Zuvor hatte sie bereits eine bewegte Jugendzeit erlebt. Mal wurde sie an der Schule mit einer Zigarette erwischt, dann kam sie immer wieder mal zu spät zum Unterricht. Und am Hamburger Klosterinternat Sacré Coeur durfte sie nur selten heim, weil die Beurteilungen meist schlecht ausfielen. "Bockig" und "unsicher" habe sie sich in ihren jungen Jahren verhalten, blickt sie selbstkritisch zurück. Mit 20 unternahm sie gar einen Selbstmordversuch. Dann die Wende, mit 21 bekam Iris Berben ein Kind. Da war sie "so glücklich wie nie zuvor".

Den Vater des Kindes gibt sie bis heute nicht preis. "Es hat lange gedauert, bis ich mich mochte", gesteht sie, "jetzt brauche ich noch ein paar Hundert Jahre zum Leben". Seit nunmehr 27 Jahren ist Gabriel Lewy ihr Lebenspartner. Aber auch jetzt sucht Iris Berben noch immer ihre Freiräume. Sie pendelt zwischen dem gemeinsamen Haus in München und ihrer Wohnung in Berlin, wo sie meist allein lebt und abends in der Badewanne ihre Rollen als Schauspielerin lernt. Lewy und sie, sagt Iris Berben, seien nicht die Typen dazu, 24 Stunden miteinander zu verbringen: "Wenn man anfängt, Kompromisse zu machen, dann führt das zu Anspannungen." Was das bei Iris Berben heißt, hat sie früher bewiesen.

Zweimal stand sie vor Gericht wegen Arbeitsverweigerung, weil sie gegen Regisseure rebelliert hatte. "Das kostete richtig Geld, das passiert mir heute nicht mehr." Und was tut Iris Berben, wenn sie mal nicht vor der Kamera steht? Sie engagiert sich für Obdachlose und Aids-Kranke genauso wie für Brust- und Darmkrebspatienten. Immer wieder macht sie auch auf sich aufmerksam, wenn sie gegen Rassismus, Neonazismus und Antisemitismus kämpft. Letzteres nicht ohne privaten Hintergrund. Ihr Partner Lewy ist Jude, zusammen besitzen sie im ältesten Stadtteil von Tel Aviv eine Wohnung. Die Unruhen zwischen Israelis und Palästinensern erlebt sie daher mit ganz intensiven Gefühlen: "Ich trauere um jeden, der in Israel stirbt. Egal, auf welcher Seite."

Quelle: RPO Archiv
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