Rasche Regeln für Hormonbehandlung gefordert: Italien: Nach Achtlingsgeburt Kritik an Ärzten
zuletzt aktualisiert: 19.09.2000 - 14:28Mailand/Rom (dpa). Die Geburt von Achtlingen in Italien hat eine Welle der Kritik ausgelöst. Gesundheitsminister Umberto Veronesi kündigte ein Gesetz zur Regelung von Hormonbehandlung und zur künstlichen Befruchtung an.
Die Geburt der Achtlinge, von denen zwei starben, sei eine «Tragödie». Der Zustand der Mutter und der sechs überlebenden Säuglinge sei stabil, verlautete am Dienstag aus dem Krankenhaus in Mailand.
Die 31-jährige Mutter Mariella Mazzara hatte die Achtlinge nach einer Hormonbehandlung zur Welt gebracht. Sie war zuvor sechs Jahre lang ohne Nachwuchs geblieben. Führende Gynäkologen kritisierten, eine Mehrlingsgeburt wie die Achtlinge sei beim heutigen Stand der Medizin ein Kunstfehler.
«Das ist kein Sieg, sondern eine Niederlage der Medizin», sagte Veronesi. «Diese Fälle sind heute zu verhindern.» Um künftige Fälle zu vermeiden, bedürfe es klarer Regelungen für Mediziner.
In Italien hatten Ärzte in der Vergangenheit immer wieder umstrittene Hormonbehandlungen bei gebärwilligen Frauen vorgenommen, die keine Kinder bekommen. Sie hatten Frauen zur Schwangerschaft verholfen, die die Wechseljahre längst hinter sich hatten. Italienische Zeitungen berichteten von einer 49-Jährigen aus Bari, die nach einer Hormonbehandlungen in der Menopause derzeit Drillinge erwartet.
Für die überlebenden sechs Säuglinge bestehe noch für mehrere Wochen ein hohes Risiko, berichtete das Fernsehen. Eine Prognose über den langristigen Gesundheitszustand könnten die Ärzte erst nach fünf bis sechs Wochen geben. Die rund 500 Gramm schweren Frühchen sind gut drei Monate vor dem Ende einer normalen Schwangerschaft entbunden worden. Sechs wurden durch Kaiserschnitt geboren, von denen zwei starben. Ein Junge und ein Mädchen kamen zuvor auf natürliche Weise zur Welt.
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