Eines der Kinder starb kurz nach der Geburt: Italien: Nur sechs der Achtlinge leben
zuletzt aktualisiert: 18.09.2000 - 14:53Mailand (dpa). Nach der Geburt von Achtlingen in Mailand haben sieben Säuglinge zwar ihre erste Nacht überstanden, am Montag morgen starb jedoch ein zweiter Säugling. Die Situation der überlebenden sechs Kinder sei "stabil", berichtete das italienische Fernsehen am Montagmorgen. Allerdings wiesen Ärzte erneut auf das große Risiko hin.
Ein Ärzteteam im Mailänder Niguarda-Hospital hatte am Sonntagabend sechs Frühgeburten von jeweils rund 500 Gramm durch einen Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Ein Kinder starb unmittelbar nach der Geburt.
Nur wenige Stunden zuvor hatte die 31-jährige Sizilianerin Mariella Mazzara ein Frühchen durch natürliche Geburt zur Welt gebracht. Schon vor vier Tage wurde ein ebenfalls 500 Gramm schweres Kind geboren.
Am Montag Morgen ist ein zweiter Säugling gestorben. Ein Arzt im Niguarda- Krankenhaus teilte mit, es handele sich um ein Mädchen, das am Sonntagabend durch einen Kaiserschnitt zur Welt kam. Damit haben bislang sechs Säuglinge überlebt, drei Mädchen und drei Jungen.
Die Frau, die eine Hormonbehandlung hinter sich hat, war am Beginn der 26. Schwangerschaftswoche. Mediziner schätzen die Überlebenschance solcher Kinder auf 35 bis 40 Prozent. Normalerweise wiegen Neugeborene zwischen zwei und vier Kilogramm. "Es war eine dramatische Entwicklung", berichtete das italienische Fernsehen aus dem Krankenhaus.
Nach der Geburt haben die Ärzte das "hohe Risiko" für die überlebenden sieben Säuglinge betont. Erst nach vier bis sechs Wochen seien die vier Mädchen und drei Jungen über die größten Gefahren hinweg.
"Geburt auf Raten"
Das rund 100-köpfige Ärzteteam hatte zunächst versucht, die "Geburt auf Raten" solange wie möglich hinauszuzögern. "Doch am Abend ließen sich die Wehen nicht länger aufhalten." Gegen 19.30 kam ein kleiner Junge von ebenfalls etwa 500 Gramm Gewicht auf natürliche Weise zur Welt.
Bereits zuvor gab es scharfe Kritik von Medizinern: Eine solche Mehrlingsgeburt sei Beweis eines Kunstfehlers bei der Hormonbehandlung. Eine "selektive Abtreibung" hatten die Eltern abgelehnt. Alle Kinder seien im Brutkasten und benötigten künstliche Beatmung oder Atmungshilfen, verlautete im Krankenhaus. "Nach Geburt des zweiten Säuglings konnten die Ärzte nicht mehr warten und entschlossen sich zum schnellen Eingriff durch Kaiserschnitt", meldete das Fernsehen.
Bisher haben Achtlinge weltweit noch niemals eine Geburt länger überlebt. 1998 überlebten im US-Bundesstaat Texas sieben von acht Kindern.
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