Jahresrückblick 2011: Ein Fußballwunder für Düsseldorf
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 30.12.2011 - 10:10Düsseldorf (RPO). Fortuna bescherte Düsseldorf 2011 ein Fußballwunder, ein glanzvolles Jahr. Die Fans kamen zwischen Januar und Dezember aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Die Mannschaft siegte sich zunächst in der Rückrunde der vergangenen Zweitliga-Saison aus dem Tabellenkeller bis auf einen nach dem Fehlstart nie mehr für möglich gehaltenen siebten Platz.
Zum Ausklang der Saison 2010/11 spielte Fortuna in der "Lena-Arena": Da die Mannschaft die Esprit-Arena wegen des Eurovision Song Contest räumen musste, war für drei Spiele eine 20.000 Zuschauer fassende Spielstätte entstanden. Fortuna gewann alle drei Partien und blieb in ihrem Heim-Stadion damit für immer ungeschlagen. Beinahe wäre den Fortunen das auch noch ohne Gegentor geglückt, doch das verhinderten die Aachener bei ihrer 1:3-Niederlage.
In der aktuellen Spielzeit machte das Team da weiter, wo es aufgehört hatte: Es wurde Herbstmeister und verzeichnete eindrucksvolle Rekorde und Serien. Die Düsseldorfer blieben bis zur 2:3-Niederlage gegen den SC Paderborn in der heimischen Arena 22 Mal in Serie ungeschlagen, schossen bei 21 Siegen 55:11 Tore. Sie kassierten insgesamt 273 Tage keine einzige Niederlage.
Die Fans kamen 2011 auch aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn sie erlebten ihre Lieblinge, wie sie sie zuvor noch nicht erlebt hatten. Die Fortuna spielte nicht nur auf dem eigenen Platz herausragend, sondern zerlegt ihre Gegner auch auf fremdem Grün in eindrucksvoller Manier. Das steigerte sich noch mit Beginn der laufenden Saion: Da gewann die Mannschaft souverän Partien bei Vereinen, bei denen sie zuvor nichts geholt hatte. So gelang den Rot-Weißen ein 5:2-Sieg bei Angstgegner FSV Frankfurt. Ihre vielleicht beste Partie spielen sie beim berauschenden 3:1-Sieg nach 0:1-Rückstand auf St. Pauli.
Mit dem 2:0-Sieg beim MSV Duisburg machten die Düsseldorfer die Herbstmeisterschaft klar und sorgten dabei mit 41 Punkten für einen neuen Rekord. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1985 hatte eine Mannschaft zur Hälfte der Saison so viele Punkte beisammen. Den Rekord hatte bis dahin der 1. FC Köln mit 40 Zählern gehalten.
Baumeister der Erfolgstruppe ist Norbert Meier, der konsequent das Denken von Spiel zu Spiel predigt. Der 54-Jährige, der schon mit dem MSV in die Bundesliga aufstieg, hat erfahrene und junge Typen versammelt. Der Sieg in Duisburg zum Hinrundenausklang steht exemplarisch für Düsseldorfs Stärke: Die kompakte Defensive ließ in der MSV-Arena keine einzige Duisburger Chance zu. Im Mittelfeld rannten und kämpften die Fortunen mit großer Moral und bis zum Umfallen. Die Routiniers sind zudem eiskalt: Abwehrchef Jens Langeneke versenkt jeden Elfmeter und Stürmer-Oldie Sascha Rösler (34) macht ein Traumtor nach dem anderen. Am 18. Juli traf "Rösi" beim 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum mit einem sensationellen Fallrückzieher, der sogar zum "Tor des Monats" gewählt wurde.
Rösler zur Seíte steht im Angriff in Maximilian Beister (21) ein Mann, der im Fortuna-Trikot einen rasanten Aufstieg vollzogen hat und von einem schüchternen Jungen zu einem selbstbewussten und wichtigen Spieler gereift ist. In der aktuellen Saison stehen acht Tore und zehn Assists auf seinem Konto - er führt damit die Scorerliste an. In Andreas Lambertz fungiert im Mittelfeld das Herz, die Seele und Lunge der Mannschaft, ein Spieler, der für die Kontinuität im Vérein steht: Schon in der Oberliga-Saison 2003/04 hatte "Lumpi" zu den Stammspielern gehört, jetzt strebt er mit seiner Fortuna den dritten Aufstieg.
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