Jahresrückblick 2009: Ein 27-Jähriger erobert Monheim
zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 19:56Monheim (RPO). Es war ein Abend mit wenigen Überraschungen - doch ein Mann sorgte bei der Kommunalwahl am 30. August für ungläubiges Staunen: Der 27-jährige Daniel Zimmermann war in Monheim als Außenseiter angetreten - und holte einen klaren Sieg. Der Bürgermeisterkandidat der Jugendpartei Peto ließ die Bewerber der etablierten Parteien klar hinter sich.
So richtig hatten viele Monheimer die Jugendpartei Peto nicht ernst genommen. Schon kurz nach ihrer Gründung erreichte die Partei bei der Kommunalwahl 1999 6,1 Prozent der Stimmen - ein Achtungserfolg. Dennoch hielten viele die Jugendpartei für eine Eintagsfliege. Doch bei der nächsten Wahl, 2004, war Peto immer noch aktiv - und konnte das Ergebnis sogar noch steigern, auf 16,6 Prozent.
Die Partei stellte eine Ratsfraktion mit sieben Mitgliedern. Daniel Zimmermann, Gründungsmitglied von Peto, war immer dabei - in seinem Wahlkampf im Jahr 2009 konnte der 27-Jährige auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik verweisen.
Dennoch galt Daniel Zimmermann als Außenseiter bei einer Wahl, deren Gemengelage mehr als unübersichtlich war. Sieben Kandidaten traten zur Bürgermeisterwahl an. Prognosen wagten im Vorfeld nur wenige.
Trotzdem hatten weder Zimmermann selbst noch die Mitglieder seiner Partei wirklich mit einem Sieg gerechnet; auch deshalb war der Jubel am Wahlabend groß. Doch für Zimmermann selbst blieb nicht viel Zeit zum Feiern, sein Telefon stand nicht mehr still. Neben Gratulanten waren es vor allem Journalisten, die den 27-Jährigen erreichen wollten - für einige Tage avancierte Zimmermann zum Medien-Liebling, in ganz Deutschland wurde über den jungen Wahlsieger berichtet.
Inzwischen hat Monheims junger Bürgermeister sein Amt angetreten. Am 21. OKtober, seinem ersten Arbeitstag, gab es noch einmal großen Medienrummel im Rathaus. Doch inzwischen ist Alltag eingekehrt. Daniel Zimmermann wird sich in den kommenden Jahren beweisen müssen. Eines der derzeit drängendsten Probleme in Monheim ist der Streit um das Sportstättenkonzept - ein Thema, über das bereits seit 15 Jahren ergebnislos debattiert wird.
Der Knackpunkt in der Diskussion: Müssen die Monheimer Sportstätten verkauft werden, damit sie so modernisiert werden können, dass die Vereine mit ihrem Zustand zufrieden sind? Oder darf die Stadt ihre Sportplätze und -hallen nicht aus der Hand geben? Von Zimmermann erwarten viele nun eine rasche Lösung. Keine leichte Aufgabe für den jungen Bürgermeister.
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