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Unwetter im Jahresrückblick 2009: Regen, Hagel und Blitzeinschlag

VON URS LAMM - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 08:23

Düsseldorf (RPO). In weiten Teilen der Region wüteten im Sommer schwere Unwetter. Blitzeinschläge und Hagel richteten Schäden an, Keller standen unter Wasser. „Derart heftige Unwetter sind nicht der Normalfall. In dieser Form kommen sie höchstens alle drei bis vier Jahre Jahre einmal vor“, sagt Experte Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst in Essen unserer Redaktion.

Die schweren Unwetter sorgten im vergangenen Sommer in der Region für großes Chaos und brachten Menschen teilweise in Lebensgefahr: Im Archäologischen Park Xanten führten die Kapriolen am letzten Juni-Wochenende zum Abbruch der Großveranstaltung  „Schwerter, Brot und Spiele“ . Der Grund: Ein Blitz war in eine Baumgruppe eingeschlagen. Dabei verletzten sich 13 Menschen. Zwei Personen mussten reanimiert werden. 10.000 Besucher waren an diesem Samstagnachmittag in den Park gekommen. Die Veranstaltung wurde abgebrochen und für den folgenden Tag abgesagt. 

In Bad Driburg (Kreis Höxter) wurde am gleichen Wochenende ein 55 Jahre alter Mann von einem Blitz getroffen und tödlich verletzt. Der Mann hatte sich auf dem Gelände eines Getränkemarktes befunden, als es zu dem Blitzschlag kam.

Am südlichen Niederrhein regnete und krachte es ebenfalls ordentlich: Die Straßen Viersens standen stark unter Wasser. Viele Keller liefen voll. Ein ähnliches Szenario gab es in Mönchengladbach. Betroffen waren zum Beispiel die Stadtteile Holt und Pongs, wo die Menschen in den Straßen teilweise bis zu den Knien im Wasser standen.

Düsseldorfer Flughafen gesperrt

Bereits am 3. Juli folgte ein weiterer großer Unwetter-Tag. Über fast ganz Nordrhein Westfalen fegten Starkregen und Gewitter hinweg. "Dass Unwetter so flächendeckend wüten, ist eher ungewöhnlich . Normalerweise sind kleinere Flächen betroffen“, erklärt Meteorologe Peter Hartmann.

In Düsseldorf verzeichnete die Feuerwehr über 300 Einsätze. Die Autobahn 44 musste zwischen Meerbusch und Flughafen zwischenzeitlich in beide Richtungen gesperrt werden. Der Flughafen Düsseldorf war von 18 bis 19.20 Uhr geschlossen. Den Airport Weeze traf das Unwetter ebenfalls hart. Dort musste zwischen 16 und 20 Uhr der Flugverkehr komplett eingestellt werden.

In Duisburg tobte zwischen 18 und 20 Uhr ein schweres Gewitter. Die Leitstelle der Polizei nahm in dieser Zeit rund 400 Anrufe entgegen. Die Krefelder Polizei vermeldete 70 Überflutungen von Kellern und Straßenabschnitten. In Dinslaken stürzte während eines schweren Gewitters ein Baum auf einen fahrenden Pkw. Der Fahrer blieb unverletzt.

Schornstein gespalten

Die nächsten Wetterkapriolen des vergangenen Sommers ereigneten in der Zweitspanne vom 21. bis zum 23. Juli. Damals waren der Norden sowie die Mitte von NRW betroffen: Auf der Karl-Schurz-Straße in Düsseldorf gab es gleich zwei Blitzeinschlägen innerhalb von zwei Stunden. In einem Mehrfamilienhaus kam es deshalb zu einem Kellerbrand, weil ein Sicherungskasten Feuer gefangen hatte. Die Feuerwehr rettete fünf Bewohner. Bei einem weiteren Blitzeinschlag in ein Wohnhaus auf der gleichen Straße wurde ein Kamin getroffen. Dabei spaltete sich der Schornstein in zwei Teile.

Häuser und Autos beschädigt

In Duisburg wurden mehrere Häuser und parkende Pkw von umgestürzten Bäumen schwer beschädigt. Schäden durch umgestürzte Bäume gab es auch in Moers. Zwischen Geilenkirchen und Rheydt musste zudem eine Bahnstrecke zwischenzeitlich gesperrt werden. Neben den schweren Unwettern im Sommer kam es in NRW auch in den Monaten MaiOktober und November zu starken Regengüssen mit Gewitter.   

Nach Peter Hartmanns Einschätzung kommen Wetterkapriolen wie in diesem Sommer alle drei bis vier Jahre einmal vor. Die Entstehung der Unwetter beschreibt der Wetterexperte folgendermaßen:“Wenn viel Wasserdampf in der Luft liegt und zeitgleich die Sonne richtig einheizt, reicht eine kleine Störung in der Atmosphäre, etwa ein leichter Wind oder ein Tief, um ein kräftiges Gewitter zu erzeugen. Diese Situation hatten wir im abgelaufenen Sommer häufiger.“ Verantwortlich dafür sei die  feuchtwarme Luft, die vom Süden ins Land getragen wurde.


 
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