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Weinfelden
Jan Ullrich droht Gefängnisstrafe

Weinfelden. Im Verfahren um den Alkohol-Unfall von Ex-Radprofi Jan Ullrich in der Schweiz hat das Gericht einen Deal zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung abgeschmettert. Damit droht Ullrich doch wieder eine Haftstrafe.

Der Präsident des Bezirksgerichts in Weinfelden, Pascal Schmid, warf der Staatsanwaltschaft Nachlässigkeit vor. So seien Gutachten, wonach Ullrich bei dem Unfall am 19. Mai 2014 "nur" 139 Stundenkilometer - bei erlaubtem Tempo 80 - fuhr, nicht glaubwürdig.

Andere Gutachten würden von 143 km/h ausgehen. Sie seien von der Staatsanwaltschaft nicht ausreichend gewürdigt worden. Der Unterschied sei erheblich, sagte Schmid: Bei 143 Stundenkilometern sei Ullrich nämlich laut Schweizer Verkehrsrecht als "Raser" einzustufen und zwingend zu mindestens einem Jahr Gefängnis zu verurteilen.

Zuvor hatten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf einen Strafmaßantrag von 18 Monaten geeinigt, die jedoch für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Außerdem war eine Geldbuße von umgerechnet 9600 Euro vorgeschlagen worden.

(dpa)
 
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