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Sommerinterview Ursula von der Leyen
Jeder Vierte bricht Wehrdienst ab

Sie haben angemahnt, dass die Bundeswehr facettenreicher werden muss. Wie ist die Truppe im Verhältnis Männer und Frauen, Migranten und Einheimische aufgestellt?

von der Leyen Bis vor 25 Jahren war die Bundeswehr eine Armee, die fast ausschließlich aus jungen deutschen Männern bestand. Wir müssen aber ein Spiegel der Gesellschaft werden und machen dabei auch Fortschritte. Inzwischen hat jeder Sechste in der Bundeswehr einen Migrationshintergrund. Wir haben 9000 Menschen mit Behinderung in der Bundeswehr. Unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen der Soldaten helfen uns auch in den weltweiten Einsätzen, wo wir uns auf andere Kulturen einstellen und sensibel mit den unterschiedlichsten Gruppen umgehen müssen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Fachkräfteangebot?

von der Leyen Wie alle Arbeitgeber müssen wir uns anstrengen. Die Bewerberzahlen sind relativ konstant, obwohl die Jahrgänge kleiner werden. Das ist gut. Wir verzeichnen Zunahmen beim Frauenanteil, bei den freiwillig Wehrdienstleistenden, aber auch bei besonders gesuchten Fachkräfte-Gruppen. Es hilft, dass das Ansehen der Bundeswehr als Arbeitgeber generell gestiegen ist.

Bleiben genug Absolventen aus dem freiwilligen Wehrdienst bei der Truppe?

von der Leyen Gute 20 Prozent verpflichten sich nach dem Freiwilligendienst als Zeit- oder Berufssoldat. Das ist ein hoher Wert. Unzufrieden bin ich aber noch mit der Abbrecherquote von rund einem Viertel im freiwilligen Wehrdienst. Die hoch motivierten jungen Leute wollen bei der Bundeswehr gefordert werden. Da müssen wir uns als Arbeitgeber noch mehr anstrengen.

Quelle: RP
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