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Berlin
Journalistin Hayali hält eine Rede gegen den Hass

Berlin. Mit Tränen in den Augen hat die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali (41) bei der Gala der Goldenen Kamera in Berlin eine Rede gegen Hass und "Lügenpresse"-Vorwürfe gehalten. "Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?", fragte die Preisträgerin am Samstag auf der Bühne in Hamburg. Als Journalistin werde sie wie viele ihrer Kollegen auch für die Berichterstattung zur Flüchtlingskrise angegriffen. Dann wandte sie sich direkt an die Kritiker. "Legen Sie doch gern den Finger in die Wunde", bat sie, "und streiten Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns, weisen Sie uns auf Fehler hin. Wir sind Journalisten, wir sind keine Übermenschen, wir machen Fehler - deshalb sind wir aber noch lange keine Lügner." Die ZDF-Moderatorin, Tochter irakischer Auswanderer und geboren in Deutschland, war für ihre objektive Berichterstattung über die Flüchtlingskrise mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet worden. So hatte Hayali zum Beispiel von einer AfD-Demonstration berichtet. Sie ließ ihre Gesprächspartner einfach reden. Das ZDF-Morgenmagazin veröffentlichte das gesamte Material, um Zensur- und Manipulations-Vorwürfe zu entkräften.

Die 41-Jährige sagte auch: "Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist." Hayali hatte an Kritiker "eigentlich nur eine Bitte": "Seien Sie offen, bleiben Sie fair, differenzieren Sie. Wahrheit braucht einfach Zeit." Im Saal hielt es beim Applaus keinen mehr auf den Sitzen.

(dpa)
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