Eine Umfrage bringt es ans Licht: Jugendliche halten Tampon für geeignetes Verhütungsmittel
zuletzt aktualisiert: 25.09.2002 - 16:44München (rpo). Wenn das nicht mal nach hinten losgeht. Bei einer Umfrage unter Jugendlichen waren 20 Prozent der Meinung, ein Tampon könne durchaus ein geeignetes Verhütungsmittel sein. Und beim Petting schwanger werden? Unmöglich!
Bei der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen gibt es nach Angaben des Münchner Instituts für Jugendforschung (ijf) zum Teil erhebliche Defizite. So gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts fast 20 Prozent der Jugendlichen an, ein Tampon könne ein geeignetes Verhütungsmittel sein. Ebenso meinten mehr als die Hälfte, dass man beim Petting nicht schwanger werden könne.
Antibaby-Pille nach jedem Essen einnehmen
Auch über die richtige Anwendung der Anti-Baby-Pille wussten acht Prozent nicht Bescheid.
Zu ihrer Einnahme gaben drei Prozent "einmal monatlich" an, zwei Prozent sagten "immer kurz vor dem Sex", zwei Prozent "immer kurz nach dem Sex" und ein Prozent meinte "nach jedem Essen".
Bei der Umfrage des zur Roland-Berger-Gruppe gehörenden Instituts waren im August insgesamt 536 Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren befragt worden. Generell wissen junge Frauen der Umfrage zufolge über Sex und Verhütung besser Bescheid als ihre männlichen Altersgenossen.
"Auch wenn für Verhütung nach Meinung der Jugendlichen beide Partner gleichermaßen zuständig sein sollten, ist damit Verhütung in der Praxis weiter Frauensache", erklärten die Demoskopen. Die Lücken in der sexuellen Aufklärung erkläre auch die stetige Zunahme von Teenager-Schwangerschaften und ihren Abbrüchen in Deutschland.
Väter führen höchstens Männergespräche
Ansprechpartner in Verhütungsfragen ist für 46 Prozent der Jugendlichen die Mutter, für 30 Prozent sind es Freunde oder Freundinnen, aber nur 15 Prozent gaben hier ihren Arzt oder ihre Ärztin und nur 14 Prozent den Vater an. Die gesamte Aufklärung ist ohnehin vor allem Müttersache: 50 Prozent der Befragten wurden von der Mutter aufgeklärt, 40 Prozent von Lehrern. Väter dagegen spielen bei diesem Thema nur eine untergeordnete Rolle: Sie führen höchstens "Männergespräche" mit ihren Söhnen, dies aber auch nur bei jedem dritten männlichen Befragten, teilte das Institut mit.
"Das erste Mal" gilt besonders Mädchen immer noch als ganz wichtiges Ereignis. Allerdings will die große Mehrheit der Befragten mit dem Sex nicht bis zur Volljährigkeit warten, geschweige denn bis zur Hochzeit. Auch auf die große Liebe wollen Jugendliche nicht mehr unbedingt warten: Nur ein Drittel findet dies noch angebracht.
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