Satanistischer Hintergrund: Jugendliche stürzten sich in Tod
zuletzt aktualisiert: 26.08.2001 - 19:51Reichenbach (rpo). Drei Jugendliche haben sich in der Nacht zum Sonntag von der 78 Meter hohen Göltzschtalbrücke in Sachsen gemeinsam in den Tod gestürzt. Der Selbstmord hat nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft einen satanistischen Hintergrund.
Die zwei 17-Jährigen und ein 18-Jähriger hätten sich mit "satanistischen Problemen beschäftigt", sagte ein Polizeisprecher der dpa zum Hintergrund des tragischen Geschehens. Der Jüngste und der Älteste seien am Handgelenk mit Stricken aneinander gebunden gewesen. Hinweise auf eine Sektenmitgliedschaft gebe es zunächst nicht.
Die Polizei war in der Nacht zum Sonntag kurz vor 1.00 Uhr über Notruf informiert worden, dass am Fuße der Brücke drei Menschen lägen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte waren die Jugendlichen bereits tot. Am Ort des Geschehens wurde ein Abschiedsbrief der drei jungen Männer aus dem nahe gelegenen Reichenbach gefunden.
Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) zeigte sich in einer ersten Reaktion entsetzt über den vermutlichen Dreifach-Selbstmord. Er sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Es müsse unbedingt herausgefunden werden, welcher zerstörerische Einfluss auf diese jungen Menschen gewirkt haben könnte, sagte Biedenkopf.
Satanisten setzen dem christlichen Gott den Teufel als oberstes Prinzip entgegen. Es geht um einen Protest gegen die jüdisch- christlich-abendländische Tradition.
Die 574 Meter lange Göltzschtalbrücke zwischen Reichenbach und Plauen gilt als größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Sie wurde zwischen 1846 und 1851 für die erste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung in Deutschland zwischen Leipzig und Nürnberg errichtet. In ihrer 150- jährigen Geschichte stürzten sich bereits mehrfach Menschen von dieser Brücke in den Tod.
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