Das erste Mal kommt oft "zu spontan": Jugendliche verhüten meistens mit Kondomen
zuletzt aktualisiert: 05.03.2002 - 11:42Köln (rpo). Die meisten Jugendlichen greifen beim ersten Mal zum klassischen Verhüterli. Das ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach verhüten 65 Prozent der Jungen und 63 Prozent der Mädchen beim ersten Sex mit dem "Tütchen".
Diese und andere Erkenntnisse aus der repräsentativen Erhebung "Jugendsexualität" hat die BZgA am Dienstag in Köln vorgestellt.
Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hatte im Auftrag der BZgA mehr als 2 500 Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern zum Thema Aufklärung, Sexualität und Verhütung befragt.
Als "völlig überraschend" beschrieben die meisten Jugendlichen ihren ersten Sexualkontakt. Rund zwei Drittel - 69 Prozent der Mädchen und 58 Prozent der Jungen - meinten sogar: "Es kam zu spontan." Das Durchschnittsalter für den ersten Geschlechtsverkehr liege bei etwa 15 Jahren, hieß es. Als Aufklärungsquellen nannten die Jugendlichen vor allem den Schulunterricht, aber auch das Elternhaus und spezielle Beratungsstellen.
Verhütungsmittel würden seit den 80er Jahren verstärkt eingesetzt, so die Studie. Allerdings ließen sich rund zehn Prozent der jungen Leute gänzlich ohne Schutz auf ihren ersten Sexpartner ein. Als "Notfallmaßnahme" gegen eine ungewollte Schwangerschaft griffen viele Mädchen auf die "Pille danach" zurück: Acht Prozent von ihnen hätten sie einmal, ein Prozent sogar mehrmals eingesetzt.
Ein Drittel (33 Prozent) der befragten Mädchen verwendet vorsorglich die Anti-Baby-Pille. Zwei Drittel der 14- bis 17-jährigen Mädchen haben der Umfrage zufolge einen Frauenarzt aufgesucht. Etwa jede Dritte kam jedoch erst nach dem ersten Geschlechtsverkehr, um sich zu informieren.
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