"Schwachsinn bedeutet das Ende": Juhnke fürchtet sich vor "alkoholbedingten Halluzinationen"
zuletzt aktualisiert: 18.10.2000 - 12:23Berlin (dpa). Schauspieler und Entertainer Harald Juhnke fürchtet sich vor "alkoholbedingten Halluzinationen", wie er sie zuletzt in der Klinik gehabt habe. In seinem ersten Interview seit seinem letzten Alkohol-Absturz im Juli sagte der 71-jährige der Illustrierten "Bunte": "Schwachsinn bedeutet das Ende. Kein Juhnke mehr im Kino, keiner mehr im Fernsehen, keiner mehr auf der Bühne. Du bist verloren, wenn der Kopf nicht mehr mitmacht."
So wolle er nicht enden, meinte der Schauspieler. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er künftig "trocken" bleibt. "Ich glaube dran." Vor allem sein Arzt glaube daran. Bei seinem Manager stapelten sich inzwischen die Angebote. Er habe es geschafft, drei Jahre nicht zu trinken. "Wenn ich jetzt noch mal drei Jahre durchhalte, bin ich 74. Dann ist Frieden." Allerdings wolle er 80 Jahre alt werden, so wie sein großes Vorbild Frank Sinatra. "Der hat ja dasselbe durchgemacht wie ich."
Zu seinem letzten Alkohol-Absturz habe vor allem Angst vor Versagen beigetragen, verriet Juhnke in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Er habe damals drei Filme geplant und sich gesagt "Harald, das schaffst du nicht" anstatt zu sagen "Harald, das schaffst du. Aber die Angst zu versagen, war größer". In der Klinik habe er sich dann "mehr geärgert als geschämt" und dabei auch an die Verzweiflung seiner Frau Susanne gedacht. Sie habe ihm keine Vorwürfe gemacht, meinte Juhnke. "Ich merke ihr aber auch so an, wie es in ihr aussieht."
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