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Wien
Kampuschs Entführer soll Videos von ihr gedreht haben

Wien. Bald zehn Jahre ist Natascha Kampusch wieder in Freiheit, doch der spektakuläre Fall ihrer Entführung ist immer wieder ein Thema. Heute veröffentlicht der Journalist und ehemalige Kriminalbeamte Peter Reichard sein Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch. Die ganze beschämende Wahrheit". Darin berichtet er von bislang unbekannten Videoaufnahmen, die der Entführer Wolfgang Priklopil von seinem Opfer während dessen 3096 Tage andauernden Martyriums im Kellerverlies gemacht haben soll. Wie er an die Aufnahmen gekommen ist, verrät Reichard nicht.

Die Bilder sollen den schrecklichen Alltag dokumentieren: Wie Kampusch an Geburtstagen und Weihnachten Geschenke einwickeln musste oder wie Priklopil ihre Gliedmaßen vermaß, um sie nachher als zu fett zu beschimpfen. Mit Nahrungsentzug habe sich der Entführer sein Opfer gefügig gehalten, schildert Reichard. Gleichwohl sei Kampusch ihrem Entführer emotional überlegen gewesen und habe über die Jahre an Stärke gewonnen.

Reichard will mit seinem Buch auch Behauptungen und Verschwörungstheorien entgegentreten, es habe Mittäter gegeben oder eine Kinderschänder-Bande stecke hinter der Entführung. Das Buch stützt Kampuschs Darstellung und werde laut Reichard mit ihrer Zustimmung veröffentlicht, wobei das Videomaterial weiterhin streng unter Verschluss bleiben werde.

(jis)
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