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Paris
Kim Kardashians Albtraum in Paris

Cannes: Kim Kardashian im Glitzer-Kettenhemd
Cannes: Kim Kardashian im Glitzer-Kettenhemd FOTO: afp
Paris. Unbekannte erbeuteten bei einem Überfall auf den US-Star Schmuck für zehn Millionen Euro. Die Tat ist auch ein Schlag für die Modeschauen. Von Leslie Brook und Christine Longin

Das Foto des 20 Karat schweren, funkelnden Diamantrings, den ihr Ehemann Kanye West erst vor kurzem nachträglich zur Hochzeit geschenkt hatte, postete Kim Kardashian stolz bei Instagram. Dort hat der US-Star 84,2 Millionen Abonnenten und dort - so zumindest wird spekuliert - dürften die Juwelenräuber auch auf den rund vier Millionen Euro teuren Klunker aufmerksam geworden sein. Dieser ist der 35-Jährigen, die Gast bei der Fashion Show in der französischen Hauptstadt war, bei einem Überfall in der Nacht zu Montag gestohlen worden, als sie sich ohne Bodyguard in ihrem gemieteten Pariser Luxusappartement befand. Insgesamt erbeuteten die Diebe Juwelen im Wert von rund zehn Millionen Euro.

Während Kim Kardashian nach dem brutalen Überfall viel Mitleid zu Teil wurde, übte Modeschöpfer Karl Lagerfeld an ihrem Verhalten Kritik. "Wenn man so berühmt ist, und wenn man seinen Schmuck im Internet vorzeigt, dann geht man doch in Hotels, wo sich niemand dem Zimmer nähern kann", sagte der Designer, der gestern in Paris seine neue Kollektion vorstellte. "Ich verstehe nicht, warum sie in einem Hotel ohne Sicherheit abgestiegen ist", erklärte Lagerfeld, der fürchtet, dass die Geschehnisse dem Ruf der französischen Hauptstadt schaden werden. "Ich denke, dass das sehr schlecht für das Image von Paris ist", sagte der künstlerische Direktor von Chanel.

Die Diebe, die bestens über ihr Opfer informiert waren, hatten in Polizeiuniformen den Pförtner getäuscht und sich so Zugang zu dem Gebäude verschafft. Nachdem das fünfköpfige, Französisch sprechende Kommando den Mann überwältigt hatte, musste er zwei von ihnen Zugang zur Wohnung verschaffen. Einer der Maskierten bedrohte Kardashian, die im Bademantel auf dem Bett gelegen hatte, mit einer Waffe, während ein anderer die Juwelen einsammelte. Neben dem Ring sollen die Täter ein Kästchen mit Schmuck im Wert von sechs Millionen Euro entwendet haben. Die Verbrecher nahmen zudem zwei Mobiltelefone der zweifachen Mutter mit, die gerne Nacktfotos von sich aufnimmt.

Nach der Tat sperrten die Männer die 35-Jährige im Badezimmer der Wohnung ein. Der amerikanische Promi hatte zum Zeitpunkt des Überfalls keinen Leibwächter bei sich. Der begleitete ihre Schwester in eine Diskothek.

Spekuliert wird nun über einen sogenannten Inside Job, das heißt, die Täter haben offenbar sehr detaillierte Informationen aus dem inneren Kreis erhalten. So berichtet die britische "Daily Mail", dass Kardashian etwa bei Restaurantbesuchen in Paris verfolgt und ausspioniert worden sein soll. Die Ermittler in Paris machten keine Angaben dazu, ob die mutmaßlichen Täter Hilfe von Kardashians Mitarbeitern erhalten haben könnten.

Die 35-Jährige, die mit der Reality-Show "Keeping up with the Kardashians" berühmt wurde, war für die Fashion Week nach Paris gekommen. "Kourtney und Kim erobern Paris", twitterte Kardashian vergangene Woche zu einem Foto mit ihrer Schwester Kourtney. Nach dem Überfall reiste sie sofort ab.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo bemühte sich, die Folgen für ihre Stadt zu begrenzen. "Es ist möglich, in Sicherheit die französische Hauptstadt zu besuchen und sich zu vergnügen", erklärte sie. Doch für das Touristenziel Nummer eins, das noch unter den Folgen der Anschläge leidet, ist der Überfall ein weiterer Schlag. Zumal es nicht der erste filmreife Coup in Paris war: Vor zwei Jahren stoppte ein mit Kalaschnikows bewaffnetes Kommando den Konvoi eines saudiarabischen Prinzen auf dem Weg zum Flughafen und raubte rund 250.000 Euro. Im März 2015 kaperten Diebe an einer Mautstelle zwischen Paris und Lyon zwei Kleinlaster, die Juwelen im Wert von neun Millionen Euro zu einer Ausstellung transportierten. Und 92 Millionen Euro Beute machten die Diebe, die 2007 und 2008 den Luxus-Juwelier Harry Winston in Paris ausraubten.

Den größten Juwelenraub der Geschichte aber landete im Sommer 2013 ein bewaffneter Mann, der im Hotel Carlton in Cannes die Diamanten einer Ausstellung einsammelte. 103 Millionen Euro waren die Schmuckstücke wert. Die Polizei vermutete die "Pink Panther" hinter dem Coup. Die Bande aus dem früheren Jugoslawien schlägt besonders oft in Frankreich zu. Interpol verweigerte eine Stellungnahme zu Berichten, nach denen die Gang auch eine Rolle beim Kardashian-Überfall gespielt haben soll.

Quelle: RP
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