| 08.11 Uhr

Genf
Kinderwagen meldet volle Windel

Genf. Bei der Genfer Erfindermesse stellen Tüftler Neues vor und suchen Investoren.

Es klingt wie aus einem Hollywood-Film: Das kleine graue Gerät soll die kriminelle Energie eines Menschen an seinen Augen und der Körpertemperatur erkennen. Damit könne es Verbrechen verhindern, behauptet Ali Hasan al-Raschid während der 44. Erfindermesse in Genf und demonstriert es gleich mit einem seiner Kollegen. Der stellt sich vor das auf einem Stativ befestigte Gerät und sendet ein Foto der Augen an einen Computer. "Bei ihm ist alles in Ordnung", sagt der Erfinder aus Katar. "Das Gehirn sendet Signale an die Iris, und die sind bei Leuten, die ein Verbrechen begangen haben oder es tun werden, anders."

Der Tüftler aus Katar ist einer von knapp 700 Ausstellern, die an der weltgrößten Messe dieser Art ihre Geistesblitze präsentieren. Viele sind alltagstauglich, andere einfach kurios. Neu, technisch geprüft und marktreif sind sie laut Veranstalter aber alle. Fast die Hälfte der Exponate stammt aus Asien, am meisten davon aus China.

So beispielsweise das erste Kernspintomographie-Gerät für Säuglinge, das ein Team aus 25 Hongkonger Wissenschaftlern entwickelt hat. "Bei Komplikationen werden Babys heutzutage geröntgt oder in Kernspintomographie-Geräte für Erwachsene gesteckt", sagt Teamleiter Simon Yeung. In Industrieländern hätten rund 1,5 Millionen Babys jedes Jahr solche Komplikationen. "Damit kriegen sie für ihren kleinen Körper viel zu viel radioaktive Strahlung oder Hitze und Lärm ab." Sein Gerät funktioniere mit nur 3,5 Prozent der Wärme des Geräts für Erwachsene, sei viel leiser und sei damit "gesundheitlich unbedenklich".

Um Babys auch später gut zu versorgen, hatten Professor Deng Jiugui aus China und vier Studierende einen umweltfreundlichen High-Tech-Kinderwagen erfunden. Vor dem Spaziergang oder unterwegs können Eltern mit im Wagen eingebauten Pedalen Strom erzeugen und diesen dann nutzen, um Babynahrung aufzuwärmen oder dem Kind Musik vorzuspielen. Auch das eigene Handy könne dort aufgeladen werden. Bei einer vollen Windel werde ein Warnsignal ausgelöst.

Rund 40 Prozent der 50.000 Messebesucher sind nach Angaben der Veranstalter Investoren, und jeweils knapp die Hälfte der jeweils auf der Messe gezeigten Erfindungen erhalten Lizenzverträge im Gesamtwert von rund 50 Millionen Euro.

(dpa)
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