Bundeskanzler persönlicher Freund: "Konsul von Marseille" führt Bahn an der Nase herum
zuletzt aktualisiert: 10.01.2001 - 09:00Rosenheim (dpa). Ein Hochstapler hat die Deutsche Bahn monatelang an der Nase herumgeführt. Als "Konsul von Marseille" benutzte er Züge zwischen Rosenheim, Augsburg und Kehl, ohne den Fahrpreis zu zahlen, teilte der Bundesgrenzschutz am Mittwoch mit.
Bei Kontrollen gab er an, als US-Diplomat brauche er keine Fahrkarte, und weigerte sich, seine Personalien anzugeben. Er drohte den Schaffnern wegen Verletzung seiner angeblichen diplomatischen Immunität und unwürdiger Behandlung mit einer Millionenklage. Zudem werde er seinen "persönlichen Freund", Bundeskanzler Gerhard Schröder, informieren.
Auf der jüngsten Fahrt des 48 Jahre alten Italieners am 4. Januar war vorerst Schluss: Einen Zugbegleiter auf der Strecke zwischen Raubling und Rosenheim ließ das forsche Auftreten des Schwarzfahrers unbeeindruckt. Er benachrichtigte den Bundesgrenzschutz, der den Mann festnahm. Die Staatsanwaltschaft Rosenheim beantragte Haftbefehl gegen den Hochstapler.
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