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Erfurt
Korruption bei Prüfungen für Gefahrguttransporte?

Erfurt. Die Erfurter Staatsanwaltschaft geht einem Korruptionsverdacht bei IHK-Prüfungen für Gefahrguttransporte nach. Die Ermittlungen richteten sich gegen einen Fahrschulinhaber und zwei Prüfer, die im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt arbeiteten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er bestätigte damit einen MDR-Bericht. Nach den Recherchen des Senders hat es einen regelrechten Prüfungs-Tourismus nach Erfurt gegeben.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, den Prüflingen die Antworten vorab gegeben zu haben. Dafür könnten zwischen Januar 2013 und August 2015 Schmiergelder geflossen sein. Rund 500 Verdachtsfälle werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft geprüft. Die Lastwagenfahrer, die auf diese Weise ihre Zertifikate erhielten, kommen laut MDR aus ganz Deutschland. Aus Ermittlerkreisen hieß es, die Praxis habe sich unter den Fahrern schnell herumgesprochen.

Die IHK Erfurt erklärte, sie sei von einem Gefahrgutfahrer auf Unregelmäßigkeiten bei der Prüfung aufmerksam gemacht worden. Danach habe die Kammer Strafanzeige gestellt. Einen so schwerwiegenden Verdachtsfall der Korruption von ehrenamtlichen Prüfern und einem zertifizierten privaten Bildungsträger habe es in den vergangenen 25 Jahren bei der Kammer noch nicht gegeben, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Der Fahrschule und den Prüfern seien weitere Schulungen und Prüfungen im Auftrag der IHK untersagt worden. Die ihnen ausgestellten Gefahrgutbescheinigungen seien eingezogen worden. Damit ein Lasterfahrer Gefahrgut transportieren darf, muss er eine entsprechende Bescheinigung besitzen.

(dpa)
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