Konferenz zum organisierten Verbrechen und Drogenhandel: Kriminelle Weltspitze: Kolumbien, Russland und Nigeria
zuletzt aktualisiert: 10.05.2000 - 19:07Abuja (dpa). Nach Kolumbien und Russland zählt Nigeria laut Interpol zu den Ländern mit der höchsten organisierten Kriminalität der Welt. Auf einer Konferenz zum organisierten Verbrechen und Drogenhandel in der nigerianischen Hauptstadt Abuja erklärte Interpol-Sprecher John Gilligan: "Auf einer Skala der obersten zehn organisierten Verbrecherbanden nimmt Nigeria als Herkunftsland Platz drei ein. Dies bezieht sich insbesondere auf Verbrecher von internationale Bedeutung."
Am verbreitetsten sei der Kreditbetrug. Gilligan erklärte, es sei schockierend, wie nigerianische Kriminelle ungehindert ihre internationalen Aktivitäten ausüben könnten. Der Sprecher der internationalen Kriminalpolizeiorganisation klagte europäische Geschäftsleute an, die mit nigerianischen Betrügern beim Begehen "heimtückischer Verbrechen" zusammenarbeiteten.
Der Verwaltungschef der nigerianischen Zentralbank, Joseph Sanusi gab bekannt, seine Bank habe bereits vier Millionen US-Dollar investiert, um die Geißel des Kreditbetrugs zu bekämpfen. Die Zentralbank mache derzeit weltweit auf die Gefahren organisierter nigerianischer Verbrecherbanden aufmerksam. In der Regel näherten sich die Betrüger ihren Opfern mit Briefen, in denen sie unter Namen angesehener Firmen oder Regierungsorganisationen um die Bereitstellung eines Auslandskontos bitten und dafür mit finanziellen Belohnungen locken. 16 weltweite Haftbefehle hätten bereits zur Ergreifung von 43 verdächtigen Nigerianern geführt.
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