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Düsseldorf
Kuba-Rückflug wird zum Albtraum

Düsseldorf. Zweimal muss ein Air-Berlin-Airbus wegen technischer Pannen umkehren. Von Jörg Isringhaus

Auf Flugreisen möchte Jennifer Falke (Name geändert) vorerst verzichten. Für die 28-Jährige aus dem Rheinland wurde der Rückflug von Kuba nach Düsseldorf zu einer nervenaufreibenden Odyssee - genauso wie für alle 284 Passagiere des Air-Berlin-Fluges AB 7433. Mit zweitägiger Verspätung ist Falke gestern in Düsseldorf gelandet, mit einer Ersatzmaschine. Der Airbus A330-200, mit dem sie die Heimreise antreten sollte, war nach zwei vergeblichen Versuchen, die Urlauber zurückzubringen, in Punta Cana in der Dominikanischen Republik gestrandet.

Am Sonntagabend startete der Air-Berlin-Airbus planmäßig von Varadero auf Kuba. "Kurz darauf hörten wir ein merkwürdiges Geräusch", erzählt Falke. Der Pilot sagte, ein Hydrauliksystem sei defekt, und er müsse umkehren. Weil er Treibstoff ablassen musste, dauerte dies einige Stunden. Nach der Landung hätten die Passagiere zwei Stunden im Flieger warten müssen, später dann nochmals zwei Stunden im Flughafengebäude. "Wir haben uns alleingelassen gefühlt", sagt Falke. Dann ging's in ein Hotel und am nächsten Abend wieder zum Flughafen, um in denselben, reparierten Flieger einzusteigen. Nach zweieinhalb Stunden Flug meldete sich der Kapitän allerdings und erklärte, dass diesmal zwei Hydrauliksysteme ausgefallen seien. "Viele Passagiere haben geweint, waren verunsichert", erzählt Falke.

Weil der Pilot nach seinen Angaben keine Landeerlaubnis für die USA bekam, wählte er erneut Punta Cana als Ausweichziel. Dort landete die Maschine sicher. Wieder wurden alle Passagiere in ein Hotel verfrachtet, stundenlanges Warten inklusive. Am Dienstagabend ging es mit einer Ersatzmaschine nach Düsseldorf - diesmal ohne Panne. Dass zweimal hintereinander wesentliche Systeme des Flugzeugs versagten, sei schwer verständlich, sagt Falke. "So etwas darf nicht passieren. Und wir hätten uns mehr Erklärungen gewünscht."

Air Berlin hat sich bei den Passagieren für die Vorfälle bereits auf dem Rückflug nach Deutschland mit einem Schreiben entschuldigt. Sicherheit habe bei Air Berlin oberste Priorität, und es habe keine Gefahr für die Gäste bestanden, erklärte Sprecherin Janina Mollenhauer. Dass es gleich zweimal zu Ausfällen gekommen ist, sei eine absolute Ausnahme, und man bedauere die Unannehmlichkeiten.

Als Entschädigung wurden Falke bisher 600 Euro oder ein Fluggutschein über 800 Euro angeboten. Ihr ist das zu wenig. Sie habe drei Urlaubstage mehr nehmen müssen und hohe Handykosten. "Das ist ein Schmerzensgeld für die Angst, aber keine Entschädigung."

Quelle: RP
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