Drei Rangierarbeiter verletzt: Leck in Kesselwagen: Zug evakuiert
zuletzt aktualisiert: 28.03.2000 - 20:07Emmerich (dpa). Durch ein Leck im Kesselwagen eines Güterzuges sind im deutsch-niederländischen Grenzbahnhof Emmerich drei Rangierarbeiter und das dreiköpfige Zug-Team eines Fernzuges leicht verletzt worden.
Zwei der Verletzten konnten nach Angaben des Grenzschutzamtes Kleve wenige Stunden später das Krankenhaus wieder verlassen, die übrigen blieben vorsorglich zur Beobachtung weiter in ärztlicher Obhut. Am Dienstagnachmittag wurde der Zug in der Nähe von Mainz wegen eines erneuten Lecks nochmals gestoppt.
Nach Angaben des Bundesgrenzschutzes (BGS) hatten drei Arbeiter in Emmerich beim Rangieren mit dem Güterzug einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt und anschließend ein Kratzen im Hals verspürt. Auch der Lokführer des Fernzuges Amsterdam-Basel sowie der Zugchef und der Zugtechniker hätten bei einem Aufenthalt in dem Bahnhof in der Nähe des Kesselwagens gestanden und die Dämpfe eingeatmet. Die sechs Betroffenen wurden ins Krankenhaus gebracht. Die rund 50 Reisenden des Fernzuges wurden mit Bussen und Taxen weiter befördert.
Der Güterzug mit 22 Waggons, der auf dem Weg von Rotterdam nach Italien war und in Emmerich weitere Waggons angehängt bekam, hatte laut BGS Styrol geladen - einen Stoff aus dem der vielfach verwendete Kunstoffs Polystyrol hergestellt wird. Styroldämpfe reizen die Augen und Atemwege.
Zweiter Zwischenfall am Nachmittag
Nach ersten Untersuchungen der Feuerwehr war aus einem Einfüllloch auf der Oberseite des Waggons eine geringe Menge der Ladung ausgelaufen, die an der Luft sofort verdampfte. Vermutlich habe der Deckel des Kesselwagens nicht dicht abgeschlossen, teilte der BGS mit. Für die Reisenden und für die Umwelt habe wegen der geringen ausgelaufenen Menge keine Gefahr bestanden, hieß es am Dienstag.
Im Verlauf des Tages trat in einem weiteren Waggon des Güterzuges ein Leck auf. Wie die Bahn mitteilte, fiel einem Mitarbeiter beim Vorbeifahren des Zuges auf einer Strecke bei Mainz-Bischofsheim ein verdächtiger Geruch auf. Daraufhin wurde der Zug angehalten. Verletzt wurde niemand. Eine Überprüfung ergab, dass an einem Waggon Ethylacrylat austrat. Nach Auskunft der Bahn kann diese Substanz ebenfalls Augen und Atemwege reizen.
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