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Berlin
Leiche mit Sackkarre durch Berlin gerollt?

Berlin. Pirat Claus-Brunner soll einen Mann getötet und es in einem Brief gestanden haben.

Der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner hat einem Zeitungsbericht zufolge vor seinem Suizid die Tötung eines 29-jährigen Mannes gestanden. Wie die "Welt" unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, machte er das Geständnis in einem Brief an einen Fraktionskollegen. Der Fall werde demnächst eingestellt, hieß es.

Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht bestätigen. Die Einstellung der Ermittlungen sei aber möglich, da es keinen Beschuldigten mehr gebe, sagte deren Sprecher Martin Steltner.

Die Ermittlungen konzentrieren sich zurzeit auf den Ablauf der Tat. Zu Berichten von "Bild" und "B.Z.", wonach Claus-Brunner sein totes Opfer mit einer Sackkarre durch Berlin gefahren haben soll, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, gestern: "Die Leiche muss transportiert worden sein - wie auch immer."

Es stehe fest, dass der 29-jährige Mann in einer Wohnung im Wedding durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper getötet und dann in Claus-Brunners Wohnung im Stadtteil Steglitz gebracht wurde. Der 44-Jährige habe sich dann einige Tage später selbst getötet. Die beiden Leichen waren am Montag in Brunners Mietwohnung entdeckt worden. Sie lagen laut Steltner in verschiedenen Zimmern. Ein Sprecher sagte, es gebe Hinweise, dass Claus-Brunner den jüngeren Mann gestalkt, also verfolgt und belästigt habe. Dazu werde ermittelt. Vermutlich wertet die Polizei dafür Daten der Handys und Computer der beiden Toten aus. Zeitungsberichte, nach denen der getötete Mann missbraucht worden sei, bestätigten die Ermittler ausdrücklich nicht.

Am 23. Juni hatte Claus-Brunner in seiner letzten Rede im Abgeordnetenhaus mit Blick auf die nahende Wahl und die schlechten Umfragewerte der Piraten gesagt, man werde die Piratenfraktion noch vermissen. Dann folgte eine Anspielung auf seinen bevorstehenden Tod: "Und ihr werdet auch in der laufenden Legislatur für mich am Anfang irgendeiner Plenarsitzung mal aufstehen dürfen und eine Minute stillschweigen."

Am Freitag twitterte Claus-Brunner zum letzten Mal: "Echter Kacktag heute, übertrifft sämtliche schlechten Tage, die ich je erlebt hatte bisher. Hoffe, das Wochenende machts besser." Am Montag ging bei den Piraten in Berlin ein Brief von Claus-Brunner ein. "Darin stand, dass er nicht mehr lebt", berichtete der Piraten-Vorsitzende Bruno Kramm. Parteimitglieder verständigten die Polizei und übergaben den Abschiedsbrief.

(dpa)
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