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Gala in Berlin
Ein Bambi für Bastian Schweinsteiger

Das sind die Bambi-Preisträger 2016
Das sind die Bambi-Preisträger 2016 FOTO: rtr, STN
Berlin. Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ist bei der Bambi-Gala in Berlin mit dem Ehrenpreis der Jury ausgezeichnet worden. Der wohl wichtigste Preisträger fehlte aber bei der Feier.

Große Freude bei Bastian Schweinsteiger. Der Fußballer nahm die Trophäe aus den Händen von Skistar Felix Neureuther entgegen, mit dem der Fußballer eng befreundet ist. Schweinsteiger sei ein Vorbild für Millionen, sagte Neureuther. Nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge, sondern weil er das Herz auf dem rechten Fleck habe.

"Dankeschön, danke, danke, danke!", rief Schweinsteiger sichtlich erfreut. "Bevor man zu einem großen Champion wird, muss man aber erstmal lernen zu verlieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen." Deshalb sei seine Botschaft an alle Kinder und Jugendlichen: "Niederlagen sind Teil des Lebens, auch wenn sie nie angenehm sind. Zuerst kommen immer die Tränen - und dann die Bambis letztendlich", so Schweinsteiger.

Schweinsteiger hatte im Juli seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beendet. Für die Jury des Medienpreises ist er einer der "besten und populärsten deutschen Fußballspieler". Sein Name stehe für sportlichen Ehrgeiz und Fairness im Wettkampf.

Die Sport-Stars auf dem Roten Teppich FOTO: dpa, jka

Für ihre schauspielerischen Leistungen sind Anna Maria Mühe und Devid Striesow ausgezeichnet worden. Mühe nahm die Auszeichnung am Donnerstagabend in Berlin für ihre Rolle in dem ARD-Film "Die Täter - Heute ist nicht alle Tage" entgegen. In dem Film spielt sie die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe.

Mühe war sichtlich bewegt. "Ich muss den kurz abstellen, der ist so schwer", sagte sie und platzierte den goldenen Bambi für ihre mit zittriger Stimme gehaltene Dankesrede auf dem Boden. Striesow nahm den Preis für seine Rolle in dem Kinofilm "Ich bin dann mal weg" entgegen, der Verfilmung von Hape Kerkelings Pilger-Bestseller.

Bambi 2016: Die Stars auf dem roten Teppich FOTO: dpa, jka

Der wohl wichtigste Preisträger des Abends war selbst nicht bei der Gala im Berliner Stage Theater dabei: Papst Franziskus. Er wurde in der Kategorie "Millennium" für seine gelebte Nächstenliebe geehrt. Der Pontifex hatte den Bambi bereits vergangene Woche in Rom entgegen genommen. Das goldene Reh überreichte ihm die aus Syrien stammende Yusra Mardini, die bei den Olympischen Spielen in Rio Mitglied des Flüchtlingsteams war. Den Gästen und Zuschauern vor dem Fernseher wurde dieses Zusammentreffen in einem Video gezeigt. Die Laudatio hielt der frühere Bundespräsident Horst Köhler.

Eine "deutsche Integrationsmannschaft"

Bundestrainer Joachim Löw nahm für seine Arbeit mit der Fußballnationalmannschaft den Bambi in der Kategorie Integration entgegen. "Sie zeigen, wie Integration ganz praktisch funktioniert", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Laudator mit Blick auf die deutschen Fußballweltmeister, die aus aller Welt stammen.

Löw würdigte sein Team als Musterbeispiel. "Deutschland steht bei uns drauf, aber Multikulti steckt drin", so der Bundestrainer. "Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden", rief Löw das Publikum im Saal und die Zuschauer an den Fernsehern auf.

In der Kategorie Film National gewann die Hitler-Satire "Er ist wieder da" den Bambi. "Der Film ist heute aktueller denn je, glaube ich", sagte Hauptdarsteller Oliver Masucci. "Diese braune Soße, die sich durch Europa ergießt, die macht mir Sorgen." Regisseur David Wnendt lässt in seinem Kinofilm "Er ist wieder da" nach dem gleichnamigen Roman den Nazi-Diktator Adolf Hitler im heutigen Deutschland wieder auferstehen.

Komiker Bülent Ceylan, der einen Bambi in der Kategorie Comedy erhielt, ging in seiner Dankesrede auch auf die gegenwärtige Stimmung in Deutschland ein. "Wir dürfen uns von diesen scheiß Terroristen niemals das Lachen nehmen lassen und auch nicht die Lust auf solche Veranstaltungen hier", sagte er.

Rock'n Roll hält frisch

Der 86-jährige Schauspieler Mario Adorf ("Der große Bellheim", "Kir Royal") wurde unter dem Jubel des Publikums mit einem Bambi für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der britische Rockstar Sting überreichte seinem Kollegen Udo Lindenberg einen Bambi in der Kategorie Musik National - und hielt seine Laudatio auf Deutsch. "Rock'n'Roll hält uns frisch!", meinte Lindenberg - gewohnt mit Hut, dunkler Sonnenbrille und großer Coolness. "Ich bin schon 100 Jahre in der Branche. Es ist Exzess ohne Ende", so der Panikrocker.

Kuriosität am Rande: Vor sechs Jahren nahm Lindenberg bereits einen Bambi für sein Lebenswerk entgegen. Jetzt ehrte die Jury Lindenbergs Chart-Erfolg mit seinem Album "Stärker als die Zeit".

Flüchtlinge als "stille Helden" geehrt

Gleich zwei musikalische Auftritte hatte der britische Popstar Robbie Williams - und erhielt am Ende der Show außerdem noch die Trophäe in der Kategorie Musik International. Tennis-Star Angelique Kerber bekam das goldene Rehkitz in der Kategorie Sport. "Es war ein unglaubliches Jahr", sagte die Weltranglisten-Erste. Florian Silbereisen holte den Bambi in der Kategorie Fernsehen.

Der Turner Andreas Toba gewann den Publikums-Bambi als "Olympiaheld".
Yusra und Sarah Mardini wurden bei der Bambi-Gala als "stille Helden" ausgezeichnet. Die Syrerinnen hatten ein kenterndes Flüchtlingsboot schwimmend sicher an Land gebracht. Yusra Mardini war bei den Olympischen Spielen in Rio in diesem Sommer Mitglied des Flüchtlingsteams.

(dpa)
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