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Rapper greift Politiker mit Hasstiraden an
Beck: "Bushido hat nicht viel drauf"

Rapper greift Politiker mit Hasstiraden an: Beck: "Bushido hat nicht viel drauf"
Volker Beck von den Grünen. FOTO: RPO
Berlin. Rapper Bushido sorgt mit einem Skandal-Video für Schlagzeilen, in dem er Politiker mit Hasstiraden und Drohungen überzieht. Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck kontert, Bushido habe als Künstler "nicht viel drauf" und müsse sich eben so ins Rampenlicht bringen. Zugleich fordert er Bundesinnenminister Friedrich auf, Stellung zu beziehen.

Volker Beck sagte am Montag dem NDR mit Blick auf Hans-Peter Friedrich, dieser müsse Stellung zu dem Musikvideo nehmen: "Immerhin kursieren überall Fotos mit ihm und seinem guten Freund Bushido." Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die Staatsanwaltschaft Berlin prüften am Montag, ob sie Strafanzeige gegen Bushido stellen, wie es aus beiden Behörden hieß.

Stein des Anstoßes ist das Musikvideo "Stress ohne Grund", in dem der Rapper Wowereit, Grünen-Chefin Claudia Roth und den FDP-Abgeordneten Serkan Tören mit Hasstiraden schmäht. In dem Musikvideo sagt Bushido den Satz: "Ich will, dass Seran Tören ins Gras beißt." An einer anderen Stelle heißt es: "Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Außerdem rappt Bushido: "Du Schwuchtel wirst gefoltert."

Derartige Schmähungen würden in Deutschland in der Regel strafrechtlich verfolgt, sagte Beck dem NDR. Nach Einschätzung des Grünen-Politikers will Bushido mit dem Lied provozieren, um die Verkaufszahlen hochzutreiben. "Weil er musikalisch und künstlerisch nicht viel drauf hat, ist er immer drauf angewiesen, sich ins Gespräch zu bringen", warf Beck dem Rapper vor.

Bushido bringt sich immer wieder durch provozierende und als gewaltverherrlichend empfundene Äußerungen ins Gerede. Zuletzt sorgten Medienberichte über fragwürdige Geschäftsbeziehungen für Aufsehen. Positivere Schlagzeilen machte Bushido, als ihn der Burda-Verlag im Jahr 2011 mit dem Integrations-Bambi ehrte. Daraufhin gab allerdings der Volksmusik-Star Heino aus Protest seinen Preis zurück. Heino hatte am Montag in der "Bild"-Zeitung gefordert, Bushido müsse dringend gestoppt werden.

Lied könnte auf Index gesetzt werden

Mittlerweile untersucht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, ob Bushidos neues Lied auf den Index gesetzt wird. Am Montag seien entsprechende Anträge gegen die CD und das Video eingegangen, sagte die Vorsitzende der Einrichtung, Elke Monssen-Engberding. Über die Indizierung entscheidet ein ehrenamtliches Gremium. Zuvor hat die Plattenfirma eine mehrtägige Frist zur Stellungnahme. Es könne daher rund eine Woche dauern, bis das Lied auf dem Index stehe.

Gesperrt werden beispielsweise Lieder, die zu Gewaltverbrechen aufrufen oder Menschen wegen ihres Geschlechts oder der sexuellen Neigung diskriminieren. Drei Alben des Berliner Rappers stehen bereits auf dem Index.

(AFP/dpa)
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