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Anklage wegen sexueller Übergriffe
Gericht lehnt Antrag von Schauspieler Bill Cosby ab

Bill Cosby: Gericht lehnt Antrag von Schauspieler ab
Bill Cosby im Mai 2016 (Archivbild). FOTO: ap
Philadelphia. Ein Bundesberufungsgericht in Philadelphia hat am Montag einen Antrag des US-Komikers Bill Cosby abgewiesen. Dieser ist wegen sexueller Übergriffe angeklagt.

Der 79-Jährige wollte erreichen, dass eine seiner früheren Aussagen über außereheliche Affären, verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel und Zahlungen an Frauen wieder unter Verschluss genommen wird. Das Gericht entschied, Cosbys Antrag sei irrelevant, denn der Inhalt seiner Aussagen sei inzwischen allgemein bekannt.

Cosby wollte Gerichtsentscheidung kippen

Das Gericht könne nicht so tun, "als ob wir daran etwas ändern könnten, indem wir anordnen, sie wieder unter Verschluss zu nehmen". Cosby hatte versucht, eine Gerichtsentscheidung zu kippen, mit der die Dokumente vergangenes Jahr auf Antrag der Nachrichtenagentur AP öffentlich gemacht wurden. Darin räumt er mehrere Affären ein und erklärt, er habe sich ein Betäubungsmittel besorgt, um es Frauen zu geben, die er verführen wollte.

Die Aussage stammt aus einem Prozess von 2005. Damals hatte ihm die Angestellte einer Universität vorgeworfen, sie in seinem Anwesen unter Drogen gesetzt und sich an ihr vergangen zu haben. Es kam zu einem Zivilrechtsprozess, der unter anderem mit einer nicht näher bezifferten Vergleichszahlung Cosbys an die Klägerin beendet wurde. Sensible Dokumente aus dem Prozess sind noch immer unter Verschluss.

Aussage schadet dem Schauspieler

Früher war der Schauspieler in den USA äußerst populär wegen seiner Rolle als Dr. Cliff Huxtable in der Sitcom "Bill Cosby Show", die in den Vereinigten Staaten von 1984 bis 1992 lief. Cosbys Anwälte hatten argumentiert, ihrem Mandanten sei Vertraulichkeit zugesichert worden.

Die "private und peinliche Aussage" schade Cosby, "der für seinen Lebensunterhalt auf seinen Ruf angewiesen ist". Sie hatten gehofft, ein Urteil zugunsten Cosbys würde verhindern, dass die Aussage bei den zahlreichen Klagen anderer Frauen Verwendung findet, die ihn der sexuellen Nötigung oder Verleumdung beschuldigen.

(isw/ap)
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