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Indira Weis löst mächtig Wirbel aus
"Die Amerikaner haben Osama gezüchtet"

Indira Weis löst mächtig Wirbel aus: "Die Amerikaner haben Osama gezüchtet"
Indira Weis unterhielt sich mit Henryk M. Broder unter anderem über ihren Busen und den 11. September. FOTO: ARD
Düsseldorf (RPO). Was war denn da los? In der Satire-Sendung "Entweder Broder" klappert Pop-Sternchen Indira Weis sämtliche Verschwörungstheorien zum 11. September ab und formuliert wilde Thesen. Das Ganze schlägt jetzt seltsam hohe Wellen. Von Philipp Stempel

Die ARD-Sendung mit dem jüdischen Publizisten Henryk M. Broder ist preisgekrönt. Zusammen mit dem Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad reist der ergraute Polemiker vom Dienst durch Deutschland, um Eindrücke zu sammeln. "Entweder Broder - Die Deutschland-Safari!", so heißt das Projekt in voller Länge.

In der Nacht zu Dienstag - gut versteckt - startete in der ARD bereits die zweite Staffel.  Zu Gast: Pop-Sternchen Indira  Weis, in jüngerer Zeit vor allem durch das RTL-Dschungelcamp zu zweifelhafter Prominenz geraten.

Irrwitzige Thesen

Die Resonanz kam verspätet, aber mit umso mehr Wucht. "Der dämlichste TV-Auftritt des Jahres" titelte die Bild-Zeitung vom Mittwoch und macht sich hemmungslos über das "Pop-Dummchen" lustig.  Andere Medien springen auf den Zug mit auf. "Überleg mal, was du da laberst", ist später im Facebook-Profil der Halb-Inderin zu lesen.

Was war passiert? Nun, Weis hatte sich mit Broder in der ersten Ausgabe der neuen Staffel Gedanken über den 11. September gemacht. Arbeitstitel: "Guck mal, wer sich da verschwört".  In eindrucksvoller, teils lakonischer Ernsthaftigkeit verbreiten die beiden irrwitzige Thesen über die Hintergründe von 9/11.

Zweifel wären möglich

"Ich glaube ganz im Ernst, dass die Amerikaner dahinterstecken, die Amerikaner selber, weil komischerweise fast keine Amerikaner in den Twin Towers waren", sagt da Indira. Und: "Die Amerikaner haben Osama selbst gezüchtet und brauchen sich nicht zu wundern, wenn er mal zurückschlägt!"

Der Zuschauer staunt – und wundert sich. Gut beraten ist der, der Broder einzuschätzen weiß oder wegen der abgründig dämlichen Szenerie, in der sich Broder und Weis über den Bildschirm schieben, Zweifel verspürt.

"Das ganze Leben ist ein Spiel"

Zweifel? Möglich wären sie. Der bärtige Broder faselt in einem Gummiboot auf einem profanen Gewässer von einem der beeindruckendsten Momente seiner Existenz, der Safari-Volvo ist knatschbunt wie ein Kindergeburtstag lackiert, Broder trägt einen zu allem einen roten Touri-Schlapphut und Sonnenbrille.

In diesem Setting sind dann Sätze zu hören wie "Ich glaube ganz fest, dass wir wirklich gar nichts machen müssen, weder wählen noch sonst was, wir haben keinen Einfluss auf irgendwas, wir werden alle komplett veräppelt. Das ganze Leben ist ein Spiel – und wir sind nur die Kandidaten." So ist es unter anderem von Indira und Broder zu hören.

Eigentümliche Aufregung

In der Programm-Ankündigung der ARD heißt es über das Format übrigens: "Eine Sendung ohne politische Schutzzonen. Eine Gratwanderung zwischen Journalismus und Satire, eine Medizin gegen die eigenen Schranken im Kopf, ein Mix aus investigativer Reportage, schwarzem Humor und anarchistischen Späßen."

Vor diesem Hintergrund wirkt die Aufregung über das schräge Duo Indira/Broder eigentümlich. Eine Werbe-Kampagne durch Krawall? Künstliche Quote? Unfähigkeit, Ironie zu erkennen? Oder am Ende vielleicht sogar - Satire?

Das Highlight des Ganzen liefert am Ende wohl der Dialog über Indiras Busen. Die Bild-Zeitung zitierte die Sängerin in dem Kontext mit den Worten: "Schwerkraft ist der Feind des Bösen." Verhört, rieb Bild-Blog dem Springerblatt daraufhin schnell unter die Nase und zitierte den vollständigen Dialog nach Recherche in der ARD-Mediathek:

Broder: Dein Busen ist echt?

Indira: Nö, kann so ein Busen echt sein.

Broder: Können solche Augen lügen

Indira: Ne, Schwerkraft ist der Feind des Busen. Merk dir meine Worte.

(pst)
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